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Die Lärche - Baum des Jahres 2026

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04.02.2026 | von Dr. Elisabeth Schaschl

Zur Familie der Kieferngewächse gehörend, ist sie die einzige bei uns heimische Nadelbaumart, die im Herbst Nadeln verliert und im Frühling neu austreibt. Ein Nadelbaum mit Laubbaumstrategie.

Lärche 2.jpg © LK Kärnten/Schaschl
Das Hauptverbreitungsgebiet der Lärche liegt in den subalpinen Inneralpen. © LK Kärnten/Schaschl

Verbreitung

Das Hauptverbreitungsgebiet der Lärche liegt in den subalpinen Inneralpen und nimmt gegen die Randalpen hin ab. Außerhalb der Alpen kommt die Lärche auch in den Sudeten, in der Tatra und in den Karpaten vor. Hinsichtlich der Höhenverbreitung hat die Lärche eine sehr weite Amplitude, die von 250 - 2.400 m reicht. Die jeweiligen Ober- und Untergrenzen sinken von Westen nach Osten und von den Innen- zu den Randalpen. Die Hauptverbreitung ist ausgeprägt subalpin, also in einer Höhe von 1.700 - 2.200 m. Vorherrschend und mitherrschend ist die Lärche im Alpenrosen-Lärchenwald, im Lärchen-Zirbenwald sowie in montanen Steilfels-Lärchenwäldern. Beigemischt kommt sie in Bergkiefernwäldern und in Schneeheide-Kiefernwäldern vor und nur noch sporadisch in subalpinen und montanen Steilhangschlusswäldern mit Tanne, ­Buche und Fichte.

Nach der Zwischenauswertung der Österreichischen Waldinventur 2018/​23 beträgt der Anteil der Lärche in Kärntens Ertragswald 6,6%. Der Anteil der Fichte liegt im Vergleich dazu bei 56,9% und der Kiefernanteil bei 2,8%. Das Nadelholz hat in unserem Bundesland einen Anteil von 68,5%, wobei die Lärche nach der alles dominierenden Fichte - zwar mit großem Abstand, aber trotzdem - die zweithäufigste Nadelbaumart ist.

Standortansprüche

Die Lärche bevorzugt tiefgründige, gut durchlüftete, nachhaltig frische Böden und meidet wegen der schlechten Durchlüftung vergleyte Standorte. Als Pionierbaumart kommt sie auch auf Rendzina- und Rankerböden vor, da sie mit ihrem Herzwurzelsystem sehr skelettreiche Böden erschließen kann.
Lärchenstamm.jpg © LK Kärnten/Schaschl
Die Lärche hat ein widerstandsfähiges, dauerhaftes, wertvolles Holz. © LK Kärnten/Schaschl

Waldbauliche Aspekte

Die Lärche verliert - wie die Laubbäume ihre Blätter - als einzige Nadelbaumart im Winter ihre Nadeln zur Gänze. Auch alle anderen Nadelbaumarten tauschen immer wieder ihre Nadeln aus, jedoch nicht alle auf einmal. Die Lärche bedient sich dabei der Strategie des Laubholzes, da über die Blätter sehr viel Wasser verdunstet wird, was bei einem gefrorenen Boden und dem Wassermangel im Winter problematisch wäre. Die Lärche ist eine Lichtbaumart und damit in der Jugend sehr raschwüchsig, um sich einen Vorsprung zum Licht gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen. Sie lässt im Altholz auch sehr viel Licht zum Waldboden durch. Früher wurde diese Eigenschaft bei der Bewirtschaftung der sogenannten Lärchenweiden sehr geschätzt. Dabei hatte man Weidefläche und gleichzeitig auch einen gewissen Witterungsschutz fürs Vieh und produzierte nebenbei auch noch ein wertvolles Holz. Die Lärche ist ein sogenannter Mineralbodenkeimer. Das bedeutet, dass die Humusschicht entfernt werden muss, damit sich die Lärche ansamen kann. Dies geschieht vor allem bei Windwürfen, wo die Wurzelteller den Mineralboden freilegen oder auch in frischen Straßenböschungen, wo die "blanke Erde" freiliegt.

Verwendung

Die Lärche hat ein widerstandsfähiges, dauerhaftes, wertvolles Holz, das als Furnier- und Möbelholz sowie als Bauholz und auch als gut spaltbares Schindelholz geschätzt wird. Das gelbliche Splintholz ist nur wenige Zentimeter dick und unterscheidet sich vom rotbraunen Kernholz deutlich. Wichtig für die Stabilität des Holzes ist der enge Wuchs. Engringige, gut verkernte Hochgebirgslärchen können technologisch Eschenholz ersetzen, während schnell gewachsene und damit breitringige und schlechter verkernte Wiesenlärchen geringer als Fichtenholz bewertet werden.

Die Lärche ist auch sehr harzreich und genießt seit jeher als Harzspender hohe Wertschätzung. In den Harzungsgebieten Kärntens, Südtirols und im Südwesten der Schweiz hat die Gewinnung des Lärchenharzes eine lange Tradition. Neben der vielfältigen Verwendung in der Volksmedizin und Tierheilkunde diente das dickflüssige Harz auch zur Abdichtung von Holzfässern sowie im Boots- und Schiffsbau. Venedig war bis zum späten 19. Jahrhundert wichtigster Handelsort für Lärchenbalsam. Von dort wurden große Teile des Mittelmeerraumes mit Lärchenharz versorgt. Dem Lärchenharz wurde seit jeher eine heilende Wirkung bei Beschwerden der Lunge und der Haut nachgesagt. Auch heute noch werden Lärchenharzsalben als wohltuende Brustsalbe, als nützliche Zugsalbe und um raue Hände wieder geschmeidig zu machen, verwendet.

Mythos

Vor allem in der bäuerlichen Bergwelt rankten sich viele Mythen um den Baum der Alpen. Er sollte den "säligen Weibern" und guten Waldfrauen, unter deren Schutz vor allem Mütter und Kinder standen, als Wohnstätte dienen. So wurde die Lärche in den Alpen gerne als Haus- und Hofbaum gepflanzt, damit die schützenden Waldgeister eine Wohnstätte nahe am Haus hatten und das Böse fernhalten konnten.
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