Weltbienentag rückt gemeinsame Verantwortung für Bestäuberlebensräume in den Fokus
"Ob heimisches Obst, blühende Gärten oder unsere Kulturlandschaft - ohne Bienen und den unzähligen Bestäuberinsekten wäre all das nicht denkbar. Wie wir unsere Lebensräume heute gestalten, entscheidet über die biologische Vielfalt von morgen. Der Schutz und die Förderung von Bestäubern sind daher nicht nur eine Verantwortung, sondern eine gemeinsame Aufgabe von Landwirtschaft, Gemeinden und allen, die Flächen nutzen oder gestalten", betont Agrar Landesrätin Michaela Langer Weninger, Obfrau des Bienenzentrums Oberösterreich. Auch Konsumentinnen und Konsumenten seien gefordert: "Wer bewusst heimische und saisonale Produkte kauft, unterstützt eine vielfältige Landwirtschaft und schafft Anreize für bestäuberfreundliche Produktionsweisen."
Viele Perspektiven - ein Ziel
Die Tagung brachte Akteurinnen und Akteure aus Imkerei, Landwirtschaft, Naturschutz und dem öffentlichen Dienst zusammen. "Trotz unterschiedlicher Zugänge eint alle Teilnehmenden das gemeinsame Anliegen, Landschaften zukunftsfähig zu gestalten und ökologische wie landwirtschaftliche Anforderungen in Einklang zu bringen", so Langer-Weninger.
Ein zentrales Anliegen der Veranstaltung war der sektorübergreifende Dialog. Sophia Glanz, Leiterin des Netzwerks Zukunftsraum Land, hob die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor: "Als Netzwerk Zukunftsraum Land möchten wir die fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Akteurinnen und Akteuren aus Landwirtschaft und Naturschutz gezielt fördern. Durch den Austausch von Wissen, Erfahrungen und innovativen Ideen tragen wir zu sektorübergreifendem Denken bei und unterstützen nachhaltige Lösungen für die Zukunft des ländlichen Raums."
Ein zentrales Anliegen der Veranstaltung war der sektorübergreifende Dialog. Sophia Glanz, Leiterin des Netzwerks Zukunftsraum Land, hob die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor: "Als Netzwerk Zukunftsraum Land möchten wir die fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Akteurinnen und Akteuren aus Landwirtschaft und Naturschutz gezielt fördern. Durch den Austausch von Wissen, Erfahrungen und innovativen Ideen tragen wir zu sektorübergreifendem Denken bei und unterstützen nachhaltige Lösungen für die Zukunft des ländlichen Raums."
Landwirtschaft als Schlüsselrolle für Biodiversität
Besonders hervorgehoben wurde die zentrale Rolle der Landwirtschaft beim Erhalt und Förderung der Biodiversität. Rund ein Drittel der Fläche Österreichs wird landwirtschaftlich genutzt - damit ist sie ein wichtiger Landschaftsgestalter des Landes.
Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung agrarpolitischer Instrumente: "Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und insbesondere das Österreichische Agrarumweltprogramm (ÖPUL) leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag. Im Jahr 2025 wurden österreichweit rund 247.000 Hektar biodiversitätsrelevante Flächen - darunter Biodiversitätsflächen, Naturschutzflächen sowie nicht produktive Ackerflächen - bewirtschaftet und im Mehrfachantrag beantragt. Das ergibt ein Plus von nahezu 100.000 Hektar im Vergleich zu 2022 bzw. zum ÖPUL 2015. Allein auf dem Acker umfassen diese Flächen etwa 109.000 Hektar und stellen damit - nach Weizen und Mais - die flächenmäßig drittgrößte 'Ackerkultur' dar", informiert Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.
Rund 83% aller landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich nehmen freiwillig am ÖPUL teil - mit einer 86-prozentigen Teilnahmerate liegt Oberösterreichs Landwirtschaft sogar über dem Bundesschnitt. "Die hohe Beteiligung zeigt deutlich, welch großen Stellenwert Biodiversität sowie der Schutz von Boden, Gewässern und Natur und insgesamt eine nachhaltige Bewirtschaftung für viele Bäuerinnen und Bauern haben", so Waldenberger.
Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung agrarpolitischer Instrumente: "Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und insbesondere das Österreichische Agrarumweltprogramm (ÖPUL) leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag. Im Jahr 2025 wurden österreichweit rund 247.000 Hektar biodiversitätsrelevante Flächen - darunter Biodiversitätsflächen, Naturschutzflächen sowie nicht produktive Ackerflächen - bewirtschaftet und im Mehrfachantrag beantragt. Das ergibt ein Plus von nahezu 100.000 Hektar im Vergleich zu 2022 bzw. zum ÖPUL 2015. Allein auf dem Acker umfassen diese Flächen etwa 109.000 Hektar und stellen damit - nach Weizen und Mais - die flächenmäßig drittgrößte 'Ackerkultur' dar", informiert Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.
Rund 83% aller landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich nehmen freiwillig am ÖPUL teil - mit einer 86-prozentigen Teilnahmerate liegt Oberösterreichs Landwirtschaft sogar über dem Bundesschnitt. "Die hohe Beteiligung zeigt deutlich, welch großen Stellenwert Biodiversität sowie der Schutz von Boden, Gewässern und Natur und insgesamt eine nachhaltige Bewirtschaftung für viele Bäuerinnen und Bauern haben", so Waldenberger.
Bestäuber im Fokus
In Österreich sind neben der Honigbiene derzeit 707 Wildbienenarten bekannt, darunter 46 Hummelarten, sowie rund 4.000 Schmetterlingsarten. Viele dieser Bestäuber gelten als gefährdet und stellen hohe Ansprüche an ihren Lebensraum und an das verfügbare Nahrungsangebot.
Carmen Nebauer von der Technischen Universität München (TUM) setzte in ihrem Impulsvortrag 'To bee or not to bee' einen inhaltlichen Schwerpunkt rund um Verfügbarkeit und Vernetzung von Lebensräumen und ihre Rolle in der Bereitstellung eines kontinuierlichen und vielfältigen Nahrungsangebot für blütenbestäubende Insekten. Entscheidend ist nicht nur die Menge, sondern vor allem die Qualität, Artenvielfalt und zeitliche Verfügbarkeit von Blüten - vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst. Nebauer zeigte auf, dass bereits kleinflächige Maßnahmen große Wirkung entfalten können, wenn Lebensräume und bestäuberfreundliche Nahrungsquellen gemeinsam gedacht werden. Trittsteinbiotope und Strukturelemente wie Hecken, Feldraine, Blühstreifen, Obstbäume oder Altgrasstreifen spielen dabei eine besondere Rolle. Sie verbinden Lebensräume, erleichtern Bestäubern das Wandern durch die Landschaft und bieten Rückzugs , Nist und Nahrungsräume. Besonders die Randbereiche in der Kulturlandschaft erweisen sich als Schlüsselbereiche für den Erhalt der biologischen Vielfalt.
Carmen Nebauer von der Technischen Universität München (TUM) setzte in ihrem Impulsvortrag 'To bee or not to bee' einen inhaltlichen Schwerpunkt rund um Verfügbarkeit und Vernetzung von Lebensräumen und ihre Rolle in der Bereitstellung eines kontinuierlichen und vielfältigen Nahrungsangebot für blütenbestäubende Insekten. Entscheidend ist nicht nur die Menge, sondern vor allem die Qualität, Artenvielfalt und zeitliche Verfügbarkeit von Blüten - vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst. Nebauer zeigte auf, dass bereits kleinflächige Maßnahmen große Wirkung entfalten können, wenn Lebensräume und bestäuberfreundliche Nahrungsquellen gemeinsam gedacht werden. Trittsteinbiotope und Strukturelemente wie Hecken, Feldraine, Blühstreifen, Obstbäume oder Altgrasstreifen spielen dabei eine besondere Rolle. Sie verbinden Lebensräume, erleichtern Bestäubern das Wandern durch die Landschaft und bieten Rückzugs , Nist und Nahrungsräume. Besonders die Randbereiche in der Kulturlandschaft erweisen sich als Schlüsselbereiche für den Erhalt der biologischen Vielfalt.
Versuche aus der Praxis bestätigen wechselseitigen Mehrwert
Dass artenreiche Agrarlandschaften nicht nur ökologisch wertvoll sind, sondern auch im Interesse der Landwirtschaft sind, wurde von den Vortragenden Patrick Falkensteiner (Boden.Wasser.Schutz.Beratung), Sabine Schoder (Universität für Bodenkultur Wien) und Jonathan Schwarz (Wildbienenexperte) mehrfach hervorgehoben. Bestäuber sichern Erträge, Nützlinge reduzieren den Schädlingsdruck und Bodenorganismen tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. Zudem sind vielfältige Landschaften widerstandsfähiger gegenüber klimatischen Stressoren und sichern eine stabile, regionale Lebensmittelversorgung.
Patrick Falkensteiner unterstrich anhand der Ergebnisse eines bienenfreundlichen Zwischenfruchtversuchs, wie wichtig gut ausgewählte und optimal versorgte Zwischenfrüchte sind. Eine entsprechend zusammengesetzte Zwischenfruchtmischung kann sowohl landwirtschaftlichen Grundanforderungen als auch den Bedürfnissen der Honigbienen gerecht werden - eine klare Win-Win‑Situation. Durch moderne Technik, etwa dem Einsatz von Drohnen, können Zwischenfrüchte früher gesät werden, was einen zeitigeren Blühbeginn ermöglicht. Dadurch steht Bestäubern früher im Jahr ein vielfältiges Nahrungsangebot zur Verfügung. Besonders in Spätsommer und Herbst, wenn andere Blühangebote knapp werden, sichern Zwischenfrüchte eine wichtige Nahrungsgrundlage für Honigbienen und andere Bestäuber.
Die Entomologin Sabine Schoder und der Entomologe Jonathan Schwarz bestätigen anhand von Monitoringdaten auf ÖPUL‑Flächen, extensiv bewirtschafteten Wiesen und mehrjährigen Blühstreifen, dass gezielte Biodiversitätsmaßnahmen messbar zur Förderung der Wildbienenvielfalt und Individuenzahl beitragen. Entscheidend sind eine hohe Vielfalt und Häufigkeit blühender Pflanzen: Mit zunehmender Anzahl an Pflanzenfamilien steigt auch die Vielfalt der Wildbienen. Besonders effektiv sind mehrjährige Blühstreifen, da sich viele Arten erst mit Verzögerung ansiedeln. Für eine langfristige Wirkung sollten Blühflächen gut vernetzt sowie bei nachlassender Blütenvielfalt erneuert oder extensiv weiterbewirtschaftet werden.
Patrick Falkensteiner unterstrich anhand der Ergebnisse eines bienenfreundlichen Zwischenfruchtversuchs, wie wichtig gut ausgewählte und optimal versorgte Zwischenfrüchte sind. Eine entsprechend zusammengesetzte Zwischenfruchtmischung kann sowohl landwirtschaftlichen Grundanforderungen als auch den Bedürfnissen der Honigbienen gerecht werden - eine klare Win-Win‑Situation. Durch moderne Technik, etwa dem Einsatz von Drohnen, können Zwischenfrüchte früher gesät werden, was einen zeitigeren Blühbeginn ermöglicht. Dadurch steht Bestäubern früher im Jahr ein vielfältiges Nahrungsangebot zur Verfügung. Besonders in Spätsommer und Herbst, wenn andere Blühangebote knapp werden, sichern Zwischenfrüchte eine wichtige Nahrungsgrundlage für Honigbienen und andere Bestäuber.
Die Entomologin Sabine Schoder und der Entomologe Jonathan Schwarz bestätigen anhand von Monitoringdaten auf ÖPUL‑Flächen, extensiv bewirtschafteten Wiesen und mehrjährigen Blühstreifen, dass gezielte Biodiversitätsmaßnahmen messbar zur Förderung der Wildbienenvielfalt und Individuenzahl beitragen. Entscheidend sind eine hohe Vielfalt und Häufigkeit blühender Pflanzen: Mit zunehmender Anzahl an Pflanzenfamilien steigt auch die Vielfalt der Wildbienen. Besonders effektiv sind mehrjährige Blühstreifen, da sich viele Arten erst mit Verzögerung ansiedeln. Für eine langfristige Wirkung sollten Blühflächen gut vernetzt sowie bei nachlassender Blütenvielfalt erneuert oder extensiv weiterbewirtschaftet werden.