Trockenheit birgt Waldbrandgefahr - aktuell äußerste Vorsicht geboten!
Seit Jahresbeginn wurden in Österreich bereits mehr als 270 Waldbrände registriert. Insgesamt waren dabei rund 230 Hektar Waldfläche betroffen. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und in Aussicht auf die kommende Hitzewelle, appelliert Bundesminister Norbert Totschnig an die Bevölkerung, besonders achtsam zu sein und die geltenden Regeln bei Waldbrandgefahr einzuhalten.
Bundesminister Norbert Totschnig: “Mehr als acht von zehn Bränden werden durch menschliches Verhalten verursacht und sind damit vermeidbar. Schon ein unachtsamer Moment kann ausreichen, um innerhalb kürzester Zeit verheerende Schäden anzurichten. Besonders in Trockenperioden, wie wir sie derzeit in Österreich erleben, ist das verantwortungsvolle Handeln jeder und jedes Einzelnen entscheidend. Der beste Waldbrandschutz beginnt mit Rücksicht auf die Natur und richtigem Verhalten im Wald. Gleichzeitig investieren wir auf Bundesebene gezielt in Prävention, Brandbekämpfung und Wiederbewaldung und stärken mit den Mitteln des Waldfonds den langfristigen Schutz unserer Wälder.“
Zahlreiche Waldbrandverordnungen in Kraft getreten
Um die Risiken zu minimieren, setzt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) gemeinsam mit Ländern, Feuerwehren, Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern auf umfassende Präventionsmaßnahmen. Ob eine Waldbrandverordnung gilt, erfährt man am schnellsten direkt bei der zuständigen Gemeinde oder der örtlichen Bezirkshauptmannschaft.
Räumliche Verteilung der Waldbrandentstehungsgefahr
Die aktuelle Modellierung auf Gemeindeebene zeigt, dass die Entstehungsgefahr aus dem Zusammenwirken meteorologischer Bedingungen, Vegetation, Blitzschlag, Verzahnung von Wald und Siedlungsraum sowie menschlicher Aktivitäten resultiert und kleinräumig stark variieren kann.
Statistisch betrachtet treten die meisten Waldbrände in Österreich im Frühjahr auf. Im Hochsommer (Juli und August) zeigt sich, wie auch heuer wieder, ein weiteres Maximum.
Erschließung der Wälder notwendig für die Waldbrandbekämpfung
Etwa ein Sechstel der Waldfläche ist Wald mit Objektschutzfunktion, der Häuser und Siedlungen vor Naturgefahren schützt. Eine große Objektschutzwald-Fläche ist zuletzt beim Waldbrand im Lesachtal in Kärnten abgebrannt. Dort stellt aktuell die Wildbach- und Lawinenverbauung technische Maßnahmen für den Lawinenschutz her, um die darunter liegenden Gebäude zu schützen.
Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehren können die Waldbrände meist rasch gelöscht und so ein Übergreifen auf Siedlungsraum verhindert werden.
Totschnig: “Eine gute Erschließung durch Forststraßen sowie die stete Pflege und Bewirtschaftung des Waldes sind essenziell für eine effiziente Waldbrandbekämpfung. Gut geplante und ausgebaute Waldinfrastruktur ist vor allem in den entlegenen Gebieten der Alpen wichtig für die Bekämpfung unkontrollierter Brände. Im Vergleich zu anderen europäischen Regionen haben wir in Österreich eine höhere Dichte an Forststraßen, auch in den Alpen. Dadurch erreichen Feuerwehren die Einsatzorte rasch und können Waldbrände effizient bekämpfen.“
Aktionsprogramm "Brennpunkt Wald“
Neben der Prävention ist eine rasche und effiziente Bekämpfung von Waldbränden entscheidend. Die Feuerwehren leisten unter schwierigsten Bedingungen überragende Arbeit. Dabei ist auch eine schlagkräftige Luftunterstützung essenziell für eine rasche und erfolgreiche Waldbrandbekämpfung. Die Einsatzkräfte sorgen bei Waldbränden unter großer körperlicher Anstrengung mit großem Engagement sowie hoher Professionalität für die Sicherheit der Bevölkerung und den Schutz unserer Wälder.
Für Waldbesucherinnen und Waldbesucher sind insbesondere folgende Verhaltensregeln wichtig:
· Im Wald nicht rauchen
Weggeworfene Zigaretten oder Streichhölzer können Brände verursachen. Zigarettenstummel immer aus dem Wald mitnehmen und fachgerecht entsorgen.
· Kein offenes Feuer im Wald und in Waldnähe entzünden
Im Wald ist es verboten, Feuer zu entzünden. Lagerfeuer, Einweggriller oder Gaskocher gehören nicht in den Wald oder an Waldränder.
· Auf Feuerwerk und andere Zündquellen bei Arbeiten im Freien verzichten
Funkenflug z.B. bei Arbeiten mit Winkelschleifer oder Schweißgerät kann bei Trockenheit zu Bränden führen die sich rasch ausbreiten.
· Sperren und Warnhinweise bei Waldbrandgefahr beachten
Bei erhöhter Waldbrandgefahr können Wälder oder Grillplätze vorübergehend gesperrt sein. Diese Maßnahmen dienen dem Schutz von Menschen und Natur. Informationen dazu bei der Gemeinde oder Bezirkshautmannschaft.
· Rauch oder Feuer sofort melden
Bei Rauch oder Waldbrand: Sofort den Feuerwehr-Notruf 122 wählen und sich in Sicherheit bringen.