Purpur-Salbei ist “Blume des Jahres 2026“ der burgenländischen Gärtner
Nikolaus Berlakovich, Präsident der Landwirtschaftskammer Burgenland, betonte, dass die burgenländischen Gärtnereien einen wichtigen Beitrag zur Regionalität leisten und die Burgenländerinnen und Burgenländer die hohe Qualität und die regionale Verfügbarkeit der Produkte schätzen. “Die Blume des Jahres ist nur in ausgewählten heimischen Gärtnereien, die Mitgliedsbetriebe des Vereins ‘Die Gärtner Burgenlands‘ sind, erhältlich. Wieder einmal beweisen die burgenländischen Gärtner wie kreativ sie sind. Diese besondere Salbei-Sorte überzeugt durch ihre außergewöhnliche Blühfreude, ihre Attraktivität für Bestäuber und ihre vielseitige Einsatzmöglichkeit in Garten und auf der Terrasse. Diese Blume soll Kundinnen und Kunden nicht nur in die heimischen Gärtnereien bringen, sondern auch auf die Top-Qualität der regionalen Betriebe mit ihren Pflanzen aufmerksam machen. Mit dieser Initiative unterstreichen die burgenländischen Gärtner einmal mehr ihre Kompetenz und ihr Engagement für regionale Qualität, Artenvielfalt und nachhaltige Produktion“, so Berlakovich, bei einem gemeinsamen Pressegespräch in der Gärtnerei Graf in Oberwart gemeinsam mit Thomas Graf, Inhaber der Gärtnerei und Vorstandsmitglied des Vereins “Die Gärtner Burgenlands“.
Blumige Botschafterin im 3 Liter-Topf
Die burgenländischen Gärtner sind Experten in ihrer Arbeit. Bei ihnen kann nicht nur regional gekauft werden, der Konsument und die Konsumentin erhält auch wichtige Hinweise und Tipps für die Blumenpflege. “Wir Gärtner und Gärtnerinnen achten sehr sorgsam auf die Herstellung unserer Pflanzen. Wir haben uns auch heuer wieder entschieden eine Blume des Jahres zu kreieren und hoffen, dass das ‚Burgenländische Purpur-Röckchen‘ bei den Kunden genauso gut ankommt, wie bei uns. Die Blume des Jahres wird im exklusiven, gelben 3 Liter-Topf mit eigenem Bildetikett angeboten. Das “Burgenländische Purpur-Röckchen“ wächst buschig und aufrecht und erreicht eine Höhe von etwa 60 bis 100 Zentimetern. Von Mai bis zum ersten Frost zeigt die Pflanze eine üppige Blütenpracht und ist damit eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen und andere bestäubende Insekten. Als sonnenliebende Pflanze eignet sie sich hervorragend für größere Gefäße auf Terrassen sowie für die Bepflanzung von Beeten. Aufgrund ihrer fehlenden Winterhärte wird sie als einjährige Sommerpflanze kultiviert. Die Entscheidung für diese Sorte fiel aufgrund ihrer besonders robusten Eigenschaften und ihres ökologischen Mehrwerts. Wir Gärtner setzen damit ein bewusstes Zeichen für mehr Biodiversität und nachhaltige Gartengestaltung“, erklärt Graf.
Marktlage für Hauptsaison angespannt
Auch der Zierpflanzenbau - wie viele andere Sparten in der Landwirtschaft - hat mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. “Der Zierpflanzenbau befindet sich in einem enormen Spannungsfeld. Die burgenländischen Gärtnerbetriebe sehen sich derzeit mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert. Neben steigenden Energie- und Produktionskosten sowie der CO₂-Bepreisung belasten vor allem die zunehmenden Einschränkungen im Pflanzenschutz die Branche. Gleichzeitig verschärfen Arbeitskräftemangel, hohe Lohnnebenkosten und wachsender Konkurrenzdruck aus dem In- und Ausland die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe erheblich.
Besonders kritisch wird die eingeschränkte Verfügbarkeit wirksamer Pflanzenschutzmittel gesehen: Diese führt zu höheren Produktionsrisiken und erschwert eine gleichbleibend hohe Qualität der Pflanzen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an nachhaltige und ressourcenschonende Produktion stetig, was zusätzliche Investitionen und Know-how erfordert“, erklärt Berlakovich. “Darüber hinaus gefährdet die fehlende Notfallzulassung von dringend benötigten Pflanzenschutzmitteln im Gartenbau - aber auch anderen Sparten wie Gemüse- und Obstbau - seitens des Landes Burgenland die regionale Produktion und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Gartenbaubetriebe. Man kann das gut vergleichen mit einem Werkzeugkasten, aber wir haben keine Werkzeuge, um ordentlich zu arbeiten“, ergänzt Graf.
Ressourcenschonung und Nützlings-Einsatz in Gärtnereien
Im heimischen Gartenbau wird stark auf Weiterentwicklung Wert gelegt. So wird etwa Nützlings-Einsatz und Pflanzenstärkung bereits in zahlreichen Gärtnereien durchgeführt. Der heimische Gartenbau ist auch bestrebt, die Verwendung von Produktionsausgangsstoffen weiterzuentwickeln. So werden in manchen Betrieben bereits Substrate mit niedrigerem Torfanteil eingesetzt. “Die burgenländischen Gärtnerbetriebe versuchen schon seit Jahren ressourcenschonend zu produzieren. Wo es möglich ist, wird mit aufgefangenem Regenwasser gegossen und die Klimasteuerung in den Gewächshäusern erfolgt vollautomatisch mit eigenen Klimacomputern. “Unser Appell an die Konsumentinnen und Konsumenten daher: wer regional kauft, sichert Arbeitsplätze und die regionale Wertschöpfung und trägt ebenfalls zum Klimaschutz bei“, erklären Berlakovich und Graf abschließend.