OÖ Pflanzenmarkt 6/2026
Frühjahrstrockenheit hat weite Teile Österreichs im Griff
Von Anfang März bis in die erste Maihälfte fehlen in großen Teilen Oberösterreichs, dem Waldviertel, dem Flachgau, Osttirol, Kärnten, Steiermark und Südburgenland durchschnittlich 80 % des 10-jährigen Niederschlags. Vor allem der erste Schnitt weist im oberösterreichischen Grünland ein erhebliches Ertragsdefizit auf. Weite Teile Oberösterreichs dürfen allerdings mit der Dürreindex Versicherung im Grünland rechnen, wo die Kurzperiode, beginnend am 1. April, bereits mit 12. Mai endet.
Anfang Mai teils starker Hagel im Innviertel
Neben ersten nennenswerten Niederschlägen verursachten am 6. Mai im Innviertel Hagelunwetter Schäden im Ausmaß von 1,5 Mio. €. Betroffen sind vor allem Wintergetreide, Raps und Grünland. Bei Mais und Sojabohne verursachte der regional auftretende Starkregen Verschlämmungen und Schäden an den eben erst aufgelaufenen Kulturen.
Flächenänderungen in Österreich
Weichweizen, Österreichs flächenstärkste Kultur, verliert -4.800 ha gegenüber dem Jahr 2025 und erfährt mit 237.000 ha ein historisches Tief. Dagegen hat Wintergerste mit +4.700 ha am stärksten zugelegt und erreicht mit 101.100 ha den höchsten Stand seit dem Jahr 2020. Die Roggenflächen haben gegenüber dem Vorjahr um 10 % auf 30.300 ha zugelegt, während die Haferflächen um - 8% zurückgingen. Die Körnermaisflächen, inkl. CCM, haben heuer um +2.400 ha zugenommen und erreichen mit 215.100 ha den Höchststand seit dem Jahr 2013. Überraschenderweise hat 2026 die Rapsfläche wieder um +1.200 zugenommen, vor allem aufgrund Flächenausweitungen in Oberösterreich und Burgenland. Die Sojabohne hat heuer in Österreich -3.000 ha an Fläche verloren. Sonnenblume konnte, vor allem in Ostösterreich, um +5.200 ha auf gesamt 31.600 ha zulegen. Die Zuckerrübenflächen gingen auf 22.800 ha zurück und die Kürbisflächen nahmen um +9 % auf 39.500 ha zu.
Flächenänderungen in Oberösterreich
Weichenweizen verlor und Wintergerste gewann wie im bundesweiten Trend, die Körner- und Silomaisflächen blieben gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert. Erfreulich ist, dass Sojabohne in Oberösterreich gegen den Bundestrend auf 21.500 ha zulegen konnte. Besonders stark haben in unserem Bundesland wieder Raps auf 7.400 ha sowie Öl- und Speisekürbisflächen um beachtliche +33 % auf 2.400 ha zugelegt.