OÖ Pflanzenmarkt 8/2026
Ein kräftiges Hochdruckgebiet über West- und Mitteleuropa transportiert seit Mitte Juni heiße Luftmassen aus Nordafrika nach Europa. Große Teile des Kontinents - von Frankreich über Deutschland und Österreich bis nach Spanien, Italien und Ungarn - wurden von einer anhaltenden Hitzewelle erfasst. Die Vorjahresernte bei Weizen von 34 Mio. t in Frankreich und 22 Mio. t in Deutschland wird heuer deutlich unterschritten werden. So befürchten die mit Abstand größten Weizenproduzenten der EU empfindliche Ertragseinbußen.
OÖ Wintergerstenerträge leicht unterdurchschnittlich mit guter Qualität
Die Wintergerstenernte begann in Oberösterreich rund um den 20. Juni und konnte in vielen Regionen noch vor Monatsende abgeschlossen werden. Die Erträge fallen auf Standorten mit leichten Böden heuer deutlich ab. Insgesamt zeichnet sich für Oberösterreich eine leicht unterdurchschnittliche Ernte mit guten Hektolitergewichten von vorwiegend 64 - 70 kg ab. Aus der Praxis werden derzeit Erzeugerpreise zwischen 158 und 165 Euro/t netto (exkl. USt.) gemeldet.
Trockenheit und Hitze setzen dem Weizen zu
Auf Winterweizen und insbesondere auf Mais hat die aktuelle Trocken- und Hitzeperiode deutlich mehr Auswirkungen als auf die bereits geerntete Wintergerste. Die hohen Temperaturen Ende Juni haben die Abreife des Weizens beschleunigt und die Kornfüllungsphase verkürzt. Temperaturen über 30 °C wirken sich erfahrungsgemäß negativ auf die Ertragsbildung aus. Im Weinviertel sind die ersten Weizenerträge deutlich unterdurchschnittlich, aber über zwei Drittel wird mit hohem Protein als Qualitäts- und Premiumweizen geerntet. Erste Partien im Amstettner Raum weisen bei Weizen hohe Hektolitergewichte bis 86 kg auf.
Marktbeobachter diskutieren derzeit, ob die Auswirkungen der jüngsten Hitzewelle an den Getreidemärkten bereits vollständig eingepreist sind. Anfang Juli notiert Mahlweizen an der Euronext bei rund 211 Euro/t. Daraus ergibt sich bei Vorkontrakten unter Berücksichtigung von Transportkosten und Handelsspannen ein Erzeugerpreis von etwa 176 Euro/t netto (exkl. USt.).
Marktbeobachter diskutieren derzeit, ob die Auswirkungen der jüngsten Hitzewelle an den Getreidemärkten bereits vollständig eingepreist sind. Anfang Juli notiert Mahlweizen an der Euronext bei rund 211 Euro/t. Daraus ergibt sich bei Vorkontrakten unter Berücksichtigung von Transportkosten und Handelsspannen ein Erzeugerpreis von etwa 176 Euro/t netto (exkl. USt.).
Auch bei Mais steigt das Risiko
Sollte das heiße und trockene Wetter in der ersten Julihälfte anhalten, steigt auch das Risiko von Problemen während der Maisblüte. Gerade in dieser Entwicklungsphase reagiert Mais besonders empfindlich auf Trockenstress, was die Befruchtung und damit das Ertragspotenzial beeinträchtigen kann. Regionen mit ausreichenden Niederschlägen sind von diesen Risiken deutlich weniger betroffen.
Während die Weizenpreise in den vergangenen Wochen weitgehend unverändert blieben, legte der Maispreis an der Euronext innerhalb eines Monats um rund 10 Euro/t zu. Für die kommende Ernte sind aktuell Vorverträge um rund 190 bis knapp über 200 Euro/t möglich. Überschreitet der Preisabstand zwischen Mais und Weizen die Marke von 10 - 15 Euro/t, steigt üblicherweise die Nachfrage der Mischfutterindustrie nach Weizen. Dadurch erscheinen die Risiken weiterer Preisrückgänge am Weizenmarkt derzeit begrenzt, während Wetterrisiken durchaus weiteres Aufwärtspotenzial schaffen könnten.
Während die Weizenpreise in den vergangenen Wochen weitgehend unverändert blieben, legte der Maispreis an der Euronext innerhalb eines Monats um rund 10 Euro/t zu. Für die kommende Ernte sind aktuell Vorverträge um rund 190 bis knapp über 200 Euro/t möglich. Überschreitet der Preisabstand zwischen Mais und Weizen die Marke von 10 - 15 Euro/t, steigt üblicherweise die Nachfrage der Mischfutterindustrie nach Weizen. Dadurch erscheinen die Risiken weiterer Preisrückgänge am Weizenmarkt derzeit begrenzt, während Wetterrisiken durchaus weiteres Aufwärtspotenzial schaffen könnten.
Global wird heuer eine Soja-Rekordernte erwartet
Oil World prognostiziert 2026/27 eine globale Sojaernte von 441,2 Mio. t. Das bedeutet, dass der bisherige Rekord von 429,2 Mio. t aus 2025/26 um weitere 12 Mio. t überschritten wird. Allein die USA könnten ihre Produktion auf 121 Mio. t ausweiten. Gleichzeitig liegen die Prognosen für die globale Sojaschrotproduktion bei 382 Mio. t, was den vierten Anstieg in Folge bedeuten würde.
Düngemitteleinkauf
Am Weltmarkt sind die Harnstoffpreise gegenüber den Höchstständen von Mitte April um rund 46% gefallen. Im Oö Agrarhandel wird Anfang Juli Harnstoff 46% granuliert zu einem Preis von brutto 670 - 700 Euro/t angeboten. Die Situation rund um die Straße von Hormus ist dabei nur einer von mehreren preisbelastenden Faktoren. Zusätzlich wirken die wieder aufgenommenen Harnstoffexporte aus China sowie umfangreiche Einkaufsmengen Indiens preisdrückend. Auch die vergleichsweise niedrigen Getreidepreise bremsen die Nachfrage.
Für die weitere Entwicklung der KAS-Preise bleibt neben dem Harnstoffmarkt vor allem der Erdgaspreis, der wichtigste Kostenfaktor in der Stickstoffdüngerproduktion, entscheidend. Anfang Juli streuen die Bruttopreise bei NAC 27% lose zwischen 430 - 480 Euro/t. Volldünger Complex 15:15:15 wird lose um rund 690 Euro/t brutto angeboten.
Für die weitere Entwicklung der KAS-Preise bleibt neben dem Harnstoffmarkt vor allem der Erdgaspreis, der wichtigste Kostenfaktor in der Stickstoffdüngerproduktion, entscheidend. Anfang Juli streuen die Bruttopreise bei NAC 27% lose zwischen 430 - 480 Euro/t. Volldünger Complex 15:15:15 wird lose um rund 690 Euro/t brutto angeboten.