Artikelserie: Warndienst-Angebote für Zuckerrübe, Mais und Kartoffeln
Zuckerrüben
Für den Zuckerrübenanbau stehen drei Monitorings zur Verfügung, die in Kooperation mit dem AGRANA Research & Innovation Center, kurz ARIC, abgewickelt werden - siehe auch Bildtext. Ein Monitoring gibt es zum Auftreten von Rübenerdfloh, Schwarzer Bohnenlaus und Grüner Pfirsichblattlaus im Burgenland, NÖ und OÖ. Die Standorte befinden sich auf Schlägen unserer Partnerlandwirt:innen zur besseren Einschätzung der aktuellen Schädlingssituation vor Ort. Ein einfaches Ampelsystem zeigt den Befall:
Treten auf den Schlägen Schäden durch den Rübenderbrüssler auf, kennzeichnet ein dicker schwarzer Kreis die Standorte. Ebenfalls im Burgenland, in NÖ und OÖ wird ein Monitoring für Blattkrankheiten in Zuckerrübe durchgeführt. Hier werden zusätzlich zur Befallssituation auch das Datum und das verwendete Pflanzenschutzmittel der Fungizidmaßnahmen erfasst, um die Situation besser zu beurteilen. Bei der farblichen Markierung der Standorte zeigt ein oranger oder weißer Kreis zusätzlich zum Ampelsystem an, ob bereits ein Fungizid eingesetzt wurde, und ob dies mehr oder weniger als 21 Tage zurück liegt.
Seit 2025 wird auch ein Monitoring für die Überträger der Stolbur- und SBR-Krankheit in Zuckerrüben angeboten. Zikaden übertragen diese Krankheiten. Im Monitoring werden die Pfriemen-Glasflügelzikade, Schilf-Glasflügelzikade sowie die Winden-Glasflügelzikade erfasst. Pro Standort werden die gefangenen Zikaden angezeigt. Dadurch kann man die Aktivität der Überträger besser einschätzen. Direkte Regulierungsempfehlungen können bei diesem Monitoring nicht abgeleitet werden.
Die Erfahrungen der Vorjahre zeigen, dass die Fänge der Zikaden je nach Region stark unterschiedlich sein können. Das ist zu berücksichtigen. Das Risiko der Krankheitsübertragung ist durch dieses Monitoring jedoch besser abzuschätzen.
- grün - kein Befall
- gelb - Befall unter der Schadschwelle
- rot - Befall oberhalb der Schadschwelle.
Treten auf den Schlägen Schäden durch den Rübenderbrüssler auf, kennzeichnet ein dicker schwarzer Kreis die Standorte. Ebenfalls im Burgenland, in NÖ und OÖ wird ein Monitoring für Blattkrankheiten in Zuckerrübe durchgeführt. Hier werden zusätzlich zur Befallssituation auch das Datum und das verwendete Pflanzenschutzmittel der Fungizidmaßnahmen erfasst, um die Situation besser zu beurteilen. Bei der farblichen Markierung der Standorte zeigt ein oranger oder weißer Kreis zusätzlich zum Ampelsystem an, ob bereits ein Fungizid eingesetzt wurde, und ob dies mehr oder weniger als 21 Tage zurück liegt.
Seit 2025 wird auch ein Monitoring für die Überträger der Stolbur- und SBR-Krankheit in Zuckerrüben angeboten. Zikaden übertragen diese Krankheiten. Im Monitoring werden die Pfriemen-Glasflügelzikade, Schilf-Glasflügelzikade sowie die Winden-Glasflügelzikade erfasst. Pro Standort werden die gefangenen Zikaden angezeigt. Dadurch kann man die Aktivität der Überträger besser einschätzen. Direkte Regulierungsempfehlungen können bei diesem Monitoring nicht abgeleitet werden.
Die Erfahrungen der Vorjahre zeigen, dass die Fänge der Zikaden je nach Region stark unterschiedlich sein können. Das ist zu berücksichtigen. Das Risiko der Krankheitsübertragung ist durch dieses Monitoring jedoch besser abzuschätzen.
Mais
Auch beim Mais stehen drei Monitorings zur Verfügung. Das Monitoring für den Maiswurzelbohrer wurde 2024 das letzte Mal durchgeführt. Die Daten aus den vergangenen Jahren kann man noch auf der Webseite des Pflanzenschutz-Warndienstes abrufen. Aktuell angeboten wird das Monitoring für den Maiszünsler, den Baumwollkapselwurm und das Vorernte-Monitoring für Mykotoxine.
Mit dem Maiszünsler-Monitoring beobachtet man die Entwicklung der Schädlinge, um rechtzeitig Pflanzenschutz-Maßnahmen setzen zu können. Das Monitoring erfasst relevante Entwicklungsstadien. Dazu zählen der Beginn des Falterfluges, der Flughöhepunkt und der Larvenschlupf. Dadurch kann man chemische oder biologische Pflanzenschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel den Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen, besser terminieren.
Das Monitoring des Baumwollkapselwurms wird mittels Pheromonfallen durchgeführt und dient ebenfalls der Beobachtung der Entwicklung des Schädlings. Ziel ist es, den Zeitpunkt des Larvenschlupfes zu erfassen - dann sollten entsprechende Pflanzenschutzmaßnahmen gesetzt werden. Der Baumwollkapselwurm tritt weltweit an mehr als 120 Kulturen auf. In Österreich verursacht er Schäden vor allem an diversen Gemüsekulturen, jedoch auch an Mais.
Seit vielen Jahren gibt es das Mykotoxin-Vorerntemonitoring in Mais. Die AGES untersucht ab etwa Mitte September an zwei bis drei Terminen Maiskolben im Labor auf das Vorhandensein von Mykotoxinen. Fusarien-Pilze bilden diese Pilzgifte. Für die Verwendung von Mais als Lebens- und Futtermittel gelten bestimmte Grenzwerte bei Mykotoxinen, die aufgrund der möglichen negativen gesundheitlichen Auswirkungen nicht überschritten werden dürfen.
Mit dem Vor-Ernte-Monitoring kann man die aktuelle Belastungssituation besser einschätzen. So kann man die Ernte vorziehen, um keine Grenzwerte zu überschreiten.
Mit dem Maiszünsler-Monitoring beobachtet man die Entwicklung der Schädlinge, um rechtzeitig Pflanzenschutz-Maßnahmen setzen zu können. Das Monitoring erfasst relevante Entwicklungsstadien. Dazu zählen der Beginn des Falterfluges, der Flughöhepunkt und der Larvenschlupf. Dadurch kann man chemische oder biologische Pflanzenschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel den Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen, besser terminieren.
Das Monitoring des Baumwollkapselwurms wird mittels Pheromonfallen durchgeführt und dient ebenfalls der Beobachtung der Entwicklung des Schädlings. Ziel ist es, den Zeitpunkt des Larvenschlupfes zu erfassen - dann sollten entsprechende Pflanzenschutzmaßnahmen gesetzt werden. Der Baumwollkapselwurm tritt weltweit an mehr als 120 Kulturen auf. In Österreich verursacht er Schäden vor allem an diversen Gemüsekulturen, jedoch auch an Mais.
Seit vielen Jahren gibt es das Mykotoxin-Vorerntemonitoring in Mais. Die AGES untersucht ab etwa Mitte September an zwei bis drei Terminen Maiskolben im Labor auf das Vorhandensein von Mykotoxinen. Fusarien-Pilze bilden diese Pilzgifte. Für die Verwendung von Mais als Lebens- und Futtermittel gelten bestimmte Grenzwerte bei Mykotoxinen, die aufgrund der möglichen negativen gesundheitlichen Auswirkungen nicht überschritten werden dürfen.
Mit dem Vor-Ernte-Monitoring kann man die aktuelle Belastungssituation besser einschätzen. So kann man die Ernte vorziehen, um keine Grenzwerte zu überschreiten.
Kartoffel
Für den Kartoffelanbau bietet der Pflanzenschutz-Warndienst eine breite Palette an Prognosen und Monitorings an. Für das Auftreten der Kraut- und Knollenfäule gibt es ein Prognosemodell, mit dem man den Spritzstart berechnen kann. Mit einem weiteren Prognosemodell lässt sich abschätzen, welche Abstände für die Folgebehandlungen notwendig sind.
Bei beiden Modellen kann man durch die Eingabe von schlagspezifischen Parametern ein individuelleres Ergebnis erhalten - zusätzlich zu den Berechnungen der Wetterstationsstandorte. Bei beiden Prognosen zeigt ein einfaches Ampel-System die Ergebnisse an.
Beim Modell für die Berechnung des Spritzstarts wird der sogenannte Phytophtora-Index berechnet. Erreicht dieser Index den Wert 100, ist es Zeit für die erste Fungizidmaßnahme. Ab dem Wert 50 ist es empfehlenswert, das Modell täglich aufzurufen, da erfahrungsgemäß ab diesem Zeitpunkt der Wert 100 innerhalb weniger Tage erreicht wird. Sobald man das erste Mal gegen Phytophtora behandelt hat, sollte man zum entsprechenden Berechnungsmodell für die Folgebehandlungen wechseln, damit praxistaugliche Ergebnisse erzielt werden.
Dieses Modell unterscheidet zwischen Infektionsrisiko und Infektionsdruck. Das Infektionsrisiko informiert darüber, ob am ausgewählten Tag grundsätzlich Infektionsbedingungen für die Krautfäule herrschen. Das Infektionsrisiko hilft dabei, Fungizidbehandlungen möglichst infektionsnah durchzuführen. Der Infektionsdruck berechnet sich aus dem Infektionsrisiko der vergangenen Tage und dient dazu, die nötigen Abstände für die Folgespritzungen besser einschätzen zu können.
Ergänzend zu diesen beiden Prognosemodellen wird auch ein Monitoring auf Praxisschlägen durchgeführt. Dabei wird sowohl das Krautfäule- als auch das Alternaria-Auftreten erfasst. Durchgeführte Fungizidmaßnahmen werden aufgezeichnet. Erfasst werden zum Beispiel auch der Kartoffelkäferbefall oder andere pflanzenschutzrelevante Ereignisse, wie Hagel oder Starkniederschläge.
Vor allem die Anzeige des Erstauftretens der Phytophtora in der eigenen Anbauregion hat hier großen Mehrwert für die Nutzer:innen des Warndienstes - spätestens dann ist es Zeit für regelmäßige Feldkontrollen. Auch das Auftreten der Schnellkäfer, deren Larven die Drahtwürmer sind, erfasst ein Monitoring beim Pflanzenschutz-Warndienst. Dabei wird der Flug der adulten Käfer beobachtet, um dann entsprechende Pflanzenschutzmaßnahmen ergreifen zu können.
Nach dem Flughöhepunkt der ausgewachsenen Schnellkäfer ist mit der Eiablage zu rechnen - danach sind, wenn möglich, Bodenbearbeitungsmaßnahmen auf den Flächen empfehlenswert, zum Beispiel nach der Getreideernte. Die Bodenbearbeitung erfasst und schädigt empfindliche Entwicklungsstadien, wie die Eigelege und die jungen Larven.
In Österreich treten je nach Region unterschiedliche Drahtwurm-Arten vorrangig auf. Daher erfasst das Monitoring die relevantesten Arten Agriotes brevis, Agriotes lineatus/proximus, Agriotes obscurus, Agriotes sordidus/rufipalpis, Agriotes sputator sowie Agriotes ustulatus.
Bei beiden Modellen kann man durch die Eingabe von schlagspezifischen Parametern ein individuelleres Ergebnis erhalten - zusätzlich zu den Berechnungen der Wetterstationsstandorte. Bei beiden Prognosen zeigt ein einfaches Ampel-System die Ergebnisse an.
Beim Modell für die Berechnung des Spritzstarts wird der sogenannte Phytophtora-Index berechnet. Erreicht dieser Index den Wert 100, ist es Zeit für die erste Fungizidmaßnahme. Ab dem Wert 50 ist es empfehlenswert, das Modell täglich aufzurufen, da erfahrungsgemäß ab diesem Zeitpunkt der Wert 100 innerhalb weniger Tage erreicht wird. Sobald man das erste Mal gegen Phytophtora behandelt hat, sollte man zum entsprechenden Berechnungsmodell für die Folgebehandlungen wechseln, damit praxistaugliche Ergebnisse erzielt werden.
Dieses Modell unterscheidet zwischen Infektionsrisiko und Infektionsdruck. Das Infektionsrisiko informiert darüber, ob am ausgewählten Tag grundsätzlich Infektionsbedingungen für die Krautfäule herrschen. Das Infektionsrisiko hilft dabei, Fungizidbehandlungen möglichst infektionsnah durchzuführen. Der Infektionsdruck berechnet sich aus dem Infektionsrisiko der vergangenen Tage und dient dazu, die nötigen Abstände für die Folgespritzungen besser einschätzen zu können.
Ergänzend zu diesen beiden Prognosemodellen wird auch ein Monitoring auf Praxisschlägen durchgeführt. Dabei wird sowohl das Krautfäule- als auch das Alternaria-Auftreten erfasst. Durchgeführte Fungizidmaßnahmen werden aufgezeichnet. Erfasst werden zum Beispiel auch der Kartoffelkäferbefall oder andere pflanzenschutzrelevante Ereignisse, wie Hagel oder Starkniederschläge.
Vor allem die Anzeige des Erstauftretens der Phytophtora in der eigenen Anbauregion hat hier großen Mehrwert für die Nutzer:innen des Warndienstes - spätestens dann ist es Zeit für regelmäßige Feldkontrollen. Auch das Auftreten der Schnellkäfer, deren Larven die Drahtwürmer sind, erfasst ein Monitoring beim Pflanzenschutz-Warndienst. Dabei wird der Flug der adulten Käfer beobachtet, um dann entsprechende Pflanzenschutzmaßnahmen ergreifen zu können.
Nach dem Flughöhepunkt der ausgewachsenen Schnellkäfer ist mit der Eiablage zu rechnen - danach sind, wenn möglich, Bodenbearbeitungsmaßnahmen auf den Flächen empfehlenswert, zum Beispiel nach der Getreideernte. Die Bodenbearbeitung erfasst und schädigt empfindliche Entwicklungsstadien, wie die Eigelege und die jungen Larven.
In Österreich treten je nach Region unterschiedliche Drahtwurm-Arten vorrangig auf. Daher erfasst das Monitoring die relevantesten Arten Agriotes brevis, Agriotes lineatus/proximus, Agriotes obscurus, Agriotes sordidus/rufipalpis, Agriotes sputator sowie Agriotes ustulatus.