In den Jahren 1948/49 stellte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen dem österreichischen Staat Lebensmittel – vor allem Magermilchpulver – zur Verfügung. Etwa 25.000 Schüler bezogen damals im gesamten Bundesgebiet Milch in Flaschen zu einem Viertel Liter. 1953 wurden von den damals 800.000 Schülern etwa 185.000 täglich mit Milch und Milchspeisen versorgt. Im Jahre 1980 wurden schließlich mehr als 20 Mill. Liter Schulmilch getrunken. 1989 waren es in Österreich bereits 23 Mill. Liter.
Im Rahmen des Ausgleichsystems – vom Milchwirtschaftsfonds verwaltet – wurden Milchprodukte für Schüler verbilligt und der Schulmilchkonsum gefördert. (Seit 1988). Die ÖMIG – Österreichische Milchinformationsgesellschaft – hat die Schulmilchaktivitäten der einzelnen Molkereien marketingmäßig unterstützt und die fleißigsten Schulmilchtrinker jährlich zum Weltmilchtag prämiert. Zahlreiche Wettbewerbe (Zeichnen, Musik,…) wurden in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Unterricht und Sport organisiert und fächerübergreifend das Thema Milch und Milchwirtschaft im Unterricht behandelt.
In zahlreichen Informationsschriften, Elternbriefen und Erlässen wurde auf den Wert der Schulmilch in der Ernährung Jugendlicher hingewiesen. In jeder Molkerei gab es Verkaufsförderer, welche mehrmals im Schuljahr die Schulen besuchten und die Schulmilchverteilung vor Ort mitorganisierten. 1992 wurde rund ein Viertel aller Schüler in Österreich mit 22.359 Tonnen Schulmilchprodukten versorgt.
Die Strukturveränderungen in der österreichischen Molkereiwirtschaft in Verbindung mit der Reduzierung der Schulmilchreferenten, der Abschaffung des Preisausgleichs-Systems und der Zustellung der Milchprodukte durch Logistikunternehmen bewirkten in den Folgejahren einen starken Rückgang bis zum teilweisen Stillstand der Versorgung durch Molkereien.
80 Jahre Schulmilch in Österreich - 17 Jahre Schulmilch vom Bauern
In Österreich wurde im Jahr 1930 in Wien eine Schulmilch-Aktion ins Leben gerufen, die zunächst auf private Gebefreudigkeit angewiesen war. Nach 1945 startete das Sozialministerium die so genannte "Ausspeisungsaktion".
17 Jahre Schulmilch vom Bauern
1993 begannen die ersten Milchbauern im Rahmen der Direktvermarktung Schulen und Kindergärten täglich mit frischen, pasteurisierten Produkten aus der Region zu versorgen. In den Folgejahren wuchs die Familie der bäuerlichen Schulmilchlieferanten auf 105 in ganz Österreich an. Ausgehend von Niederösterreich haben sich die gegründeten "Interessens- und Arbeitsgemeinschaften bäuerlicher Schulmilchlieferanten" in den Bundesländern die flächendeckende Versorgung mit Schulmilch zum ehrgeizigen Ziel gemacht.
Die Landwirtschaftskammern in den Bundesländern übernahmen die Information, Beratung, Betreuung und Hilfestellung bei Marketingmaßnahmen. In zahlreichen Schulmilchtagungen, Workshops, Produktverkostungen, Betriebsbesichtigungen, Hygieneschulungen und Qualitätsmanagementseminaren ist es gelungen, den Marktanteil der bäuerlichen Schulmilchbelieferung auf über 85 % zu steigern. Die Bemühungen und der Erfolg gipfelten schließlich 2001 damit, dass das Projekt "Bäuerliche Schulmilchlieferanten" in Wieselburg mit dem Agrarprojekt-Preis ausgezeichnet wurde.
Die Landwirtschaftskammern in den Bundesländern übernahmen die Information, Beratung, Betreuung und Hilfestellung bei Marketingmaßnahmen. In zahlreichen Schulmilchtagungen, Workshops, Produktverkostungen, Betriebsbesichtigungen, Hygieneschulungen und Qualitätsmanagementseminaren ist es gelungen, den Marktanteil der bäuerlichen Schulmilchbelieferung auf über 85 % zu steigern. Die Bemühungen und der Erfolg gipfelten schließlich 2001 damit, dass das Projekt "Bäuerliche Schulmilchlieferanten" in Wieselburg mit dem Agrarprojekt-Preis ausgezeichnet wurde.
250.000 Kinder genießen täglich Schulmilchspezialitäten von ihren Schulmilchbauern
In über 3260 Schulen und Kindergärten können rund 250.000 Kinder in der Schulzeit täglich Schulmilch konsumieren. Waren es in den ersten Jahren eher Milch, Kakao und Erdbeermilch, so sind mit den Jahren zahlreiche Spezialitäten wie Vanillemilch, Bananenmilch, Eiskaffee, Trinkjoghurt, Joghurt, Molkegetränke u. a. hinzugekommen. Durch Präsentationen in Schulen und Kostproben konnten in den letzten Jahren viele Schulen wieder von der Schulmilch überzeugt werden. Auch zahlreiche Kindergärten haben den verlässlichen Service durch den regionalen Milchbauern schätzen gelernt.
Preise für Schulmilchprodukte
Die EU-Schulmilchbeihilfen-Verordnung sieht vor, dass für das Schuljahr 2007/08 der Schulmilch-Beihilfen-Satz 18,15 Euro/100 kg beträgt. Möchte ein Schulmilchlieferant diese Förderung in Anspruch nehmen, ist er an festgelegte Höchstpreise gebunden. So wird sichergestellt, dass die EU-Unterstützung auch wirklich den Kindern zugute kommt. Auch für Bioprodukte und Gebindegröße von 200 ml und 180 ml sind eigene Preise festgelegt. Fruchtjoghurt, Trinkjoghurt und Molkegetränke sind frei kalkulierbar. Die Bestellungen und das Inkasso werden in der Regel von Schulmilchverteilern in Schulen wahrgenommen. Die Gebinde (Flaschen oder Becher) werden vom Schulmilchbauern bei der nächsten Lieferung zurückgenommen, sodass der Schule und dem Kindergarten kein Müll bzw. keine Reinigungs- und Entsorgungsarbeit zufällt.
Komm’, schau’ und genieß’!
Die Schüler können im Herbst und gegen Schulschluss im Zuge von Lehrausgängen ihren Schulmilchbauernhof kennen lernen. Viele Lieferanten bieten Aktionstage, Tage der offenen Tür rund um den Weltmilchtag (1. Juni) an. Bei diesen Erlebnistagen können die Kinder den Schulmilchbauernhof mit allen Sinnen kennen lernen. Besonders geschätzt wird die Vielfalt an Produkten, die Frische, die Qualität, sowie die Flexibilität und Kontaktfreudigkeit der Milchbauern. Jährlich am letzten Mittwoch im September ist Weltschulmilchtag.
Warum Schulmilch?
Den regelmäßigen Konsum von Milch und Milchprodukten als Baustein gesunder Ernährung nachhal-tig zu fördern, ist ein Anliegen der Gesundheitserziehung. Die Schulmilchbauern und sonstige Liefe-ranten leisten mit der täglichen Versorgung mit Schulmilchprodukten einen wertvollen Beitrag zur För-derung der Volksgesundheit.
Milch und Milchprodukte tragen wesentlich zu einer ausreichenden Calciumversorgung bei und haben eine hohe Bedeutung für den Aufbau und Erhalt von Knochen und Zähnen.
Das Eiweiß der Milch ist hochwertig und gut verdaulich. Milchfett enthält u. a. kurzkettige Fettsäuren, die sehr schnell abbaubar sind. Auch der Vitamingehalt der Milch sowie Mineralstoffe und Spurenele-mente sind nicht zu unterschätzen.
Die Leistungskurve der Schüler kann nach der Pause um 10.00 Uhr wesentlich verbessert werden, wenn eine vollwertige Pausenverpflegung (Milchprodukt, Obst/Gemüse, Brot/Gebäck) geboten wird.
Deshalb ist die Zufuhr von energiereicher Nahrung zum richtigen Zeitpunkt so bedeutungsvoll.
Was sollte bei der Durchführung der Schulmilchaktion beachtet werden?
Grundsätzlich soll die Organisation der Schulmilchaktion in den einzelnen Schulen in Übereinstimmung von Schulleiter, Lehrerinnen und Lehrern und den jeweiligen Gremien der Schulpartnerschaft mit der zuständigen Vertriebsorganisation erfolgen. Die optimale Trinktemperatur liegt bei 12 bis 15 Grad Celsius. Es ist darauf zu achten, dass den Kindern genügend Zeit zum Verzehr der Milchprodukte eingeräumt wird. Auf jeden Fall sollte die Möglichkeit bestehen, in den darauf folgenden Pausen allfällige Reste zu verzehren. Sowohl Pfandflasche als auch Kartonverpackungen sollten vollständig entleert werden. Entsprechende Informationen über Bestellung, Emballagen, Abrechnung, Zuständigkeit, etc. seitens der Schulmilchlieferanten sind zu beachten. Viele Kinder kommen in die Schule, ohne vorher gefrühstückt zu haben. Für sie ist eine vollwertige Pausenverpflegung besonders wichtig. Ein Schulmilchprodukt ergänzt durch Brot und Gebäck sowie Obst oder Gemüse, ergibt eine ideale Kombination. Eine gesunde Jause sollte genauso selbstverständlich sein, wie die tägliche Hausaufgabe und sonstige Leistungen, die Schülerinnen und Schüler zu erbringen haben.
Danke für die gute Zusammenarbeit
Die ausgezeichnete gute Zusammenarbeit der Schulmilchbauern mit Schülern, Lehrern, Direktoren, Gemeinden, Elternvereinen, dem Landesschulrat, der Lebensmittelaufsicht, dem Kindergartenreferat, der Agrarmarkt Austria Marketing Ges.m.b.H., zahlreichen Firmen, Ernährungsexperten und Schulärz-ten sowie dem Landwirtschaftsministerium und der Landwirtschaftskammer führten zum großartigen Erfolg.
Kontakte
Fragen zur Schulmilchbeihilfe:
Agrarmarkt Austria, Tel: 01/33 151
Fragen zur bäuerlichen Schulmilch:
OLWR Dipl.-Päd. Ing. Josef Weber
Landwirtschaftskammer Niederösterreich
Referat Milchwirtschaft
Wiener Straße 64
3100 St. Pölten
Tel: 02742/259-3301,
E-Mail: milch@lk-noe.at
(In den Bundesländern – Schulmilchverantwortliche in den Landwirtschaftskammern)
Agrarmarkt Austria, Tel: 01/33 151
Fragen zur bäuerlichen Schulmilch:
OLWR Dipl.-Päd. Ing. Josef Weber
Landwirtschaftskammer Niederösterreich
Referat Milchwirtschaft
Wiener Straße 64
3100 St. Pölten
Tel: 02742/259-3301,
E-Mail: milch@lk-noe.at
(In den Bundesländern – Schulmilchverantwortliche in den Landwirtschaftskammern)
26.02.2010
