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"In der österreichischen Landwirtschaft nehmen Frauen eine bedeutende Rolle in der Betriebsführung und bei der Arbeit auf den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben ein. Bereits 33 % der österreichischen Betriebe werden von Bäuerinnen und weitere 15 % der Betriebe gemeinsam mit dem Ehepartner geführt. Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik 2014–2020 muss diesem Umstand mit einem stärkeren Fokus auf die Verbesserung der Situation der Bäuerinnen und der Frauen im ländlichen Raum Rechnung getragen werden. Vor allem muss das Ziel der Chancengleichheit von Männern und Frauen in der kommenden Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik 2014 bis 2020 konsequent umgesetzt werden, insbesondere im Programm Ländliche Entwicklung", erklärte Bundesbäuerin Anna Höllerer, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen, anlässlich des Weltbauerntages, der ab 2002 von der UNO bzw. der UNESCO ausgerufen wurde, um das moderne Berufsbild des Bauern und der Bäuerinnen ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken.
"Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik 2014-2020 muss der Bedeutung der österreichischen Bäuerinnen für die heimische Landwirtschaft mit einem stärkeren Fokus auf die Verbesserung der Situation der Bäuerinnen Rechnung getragen werden", verweist die Bundesbäuerin auf das Positionsparier der ARGE Österreichische Bäuerinnen zur GAP 2014-2020.
Innovationen und Diversifizierung fördern
"Im Wissen um die Bedeutung einer multifunktionalen Landwirtschaft schaffen Bäuerinnen neuartige wirtschaftliche Standbeine für ihre land- und forstwirtschaftlichen Betriebe. Damit sichern sie den Fortbestand einer zukunftsfähigen und bäuerlichen Landwirtschaft. Diese Innovationskraft ist verstärkt durch Förderungen für Diversifizierungsmaßnahmen wie beispielsweise Direktvermarktung, Urlaub am Bauernhof, soziale Dienstleistungen und Betreuungsangebote zu unterstützen. Da es sich dabei vielfach um Projekte mit niedrigeren Investitionssummen handelt, sollte die Investitionsuntergrenze für landwirtschaftliche Innovationen und Diversifizierungsmaßnahmen max. 5.000 € betragen", forderte Höllerer.
Zwei Säulen der Agrarpolitik erhalten
Die Vorschläge zur GAP-Reform 2014-2020 beinhalten weiterhin im Grundsatz die Struktur der beiden Säulen der Gemeinsamen Agrarpolitik mit ihren differenzierten Aufgabenstellungen. "Die Verwässerung dieser Grundstruktur in Bereichen wie "Greening" und Unterstützung benachteiligter Gebiete lehnen wir klar ab. Die Unterstützung der Berggebiete und benachteiligter Gebiete in Form der Ausgleichszulage hat sich bisher bestens in der zweiten Säule bewährt und daher werde eine Splittung in erste und zweite Säule abgelehnt. Die Differenzierung müsse nach dem Grad der naturbedingten Benachteiligung sowie struktureller Nachteile weiterhin möglich sein, unterstrich Höllerer.
Aus- und Weiterbildung speziell für Bäuerinnen
Speziell für die Zielgruppe der Bäuerinnen und Frauen im ländlichen Raum wird für die Umsetzung von frauenspezifischen Projekten eine entsprechende Dotierung des Bildungsangebotes gefordert. Die ARGE Bäuerinnen und der Fachausschuss Bäuerinnen des Österreichischen Bauernbundes verlangen insbesondere eine finanzielle Unterstützung für Qualifizierungsmaßnahmen zur Förderung einer entsprechenden Repräsentanz von Frauen in agrar- und regionalpolitischen Entscheidungsprozessen. Das Ziel der Chancengleichheit von Männern und Frauen war bereits als Grundprinzip in der Gemeinsamen Agrarpolitik 2007 bis 2013 verankert. Dieses Ziel muss nun in der kommenden Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik 2014 bis 2020 konsequent umgesetzt werden, insbesondere im Programm Ländliche Entwicklung", betonte die Bundesbäuerin abschließend.
Höllerer zum Weltbauerntag: "Chancengleichheit bei GAP-Reform konsequent umsetzen"
Frauen in der Landwirtschaft sichern Familienbetriebe, sind innovativ und bildungsfreudig
01.06.2012


