Landfrauentreffen 5 Länder 8057 © Archiv
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Bäuerinnen- und Landfrauen aus fünf Ländern sind überzeugt: Regionale Ernährung dient allen

Das Thema "Regionale Ernährung" stand beim jüngsten 5-Ländertreffen der Präsidentinnen und Geschäftsführerinnen der Bäuerinnen- und Landfrauenverbände aus Deutschland, Schweiz, Österreich, Liechtenstein und Südtirol im Mittelpunkt.
Beim letzten Treffen in Südtirol wurde deutlich, dass es in den einzelnen Ländern recht unterschiedliche Auffassungen von Regionalität und keine einheitliche Definition gibt. Die Landfrauen und Bäuerinnen-Vertreterinnen haben grundsätzliche Kriterien ausgearbeitet, um die eigene Regionalität bewahren und fördern zu können.
Zwei wichtige Kriterien 
 "Aus einheimischer Produktion" dürfen nicht nur Spezialitäten kommen, sondern zwingend auch Grundnahrungsmittel. Für kleine Länder wie die Schweiz kann "regional" mit "aus dem eigenen Land" gleichgesetzt werden.
 Das Angebot von einheimischen Grundnahrungsmitteln und Spezialitäten fördert die qualitativ hochstehende einheimische Produktion, gewährleistet ein saisonales Angebot und stiftet bei den Konsumenten Identität und Vertrauen, waren sich die Frauen einig.
 Darüber hinaus würden kurze Transportwege dem Klimawandel entgegenwirken und die Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region wäre für einen lebendigen ländlichen Raum positiv. Ganz wichtig sei aber auch die Sozialverträglichkeit: "Produkte und Leistungen der Landwirtschaft müssen der nationalen Kaufkraft entsprechend abgegolten werden, um den Bauernfamilien eine angemessene Lebensqualität zu ermöglichen", heißt es in der gemeinsamen Presseaussendung der Bäuerinnen- und Landfrauenorganisationen.
 Mit der Förderung von einem einheimischen Angebot von Agrarprodukten wollen die Frauen erreichen, dass der Respekt für Lebensmittel steigt und nicht mehr zwanzig Prozent der eingekauften Lebensmittel weggeworfen werden.
Die Landfrauen-Präsidentinnen fordern, dass wieder vermehrt Alltagskompetenzen vermittelt werden wie bewusster Einkauf und Zubereitung von Lebensmitteln, Abfalltrennung sowie der Umgang mit dem eigenen Geld.
 
Bewusstseinsbildung bei Konsumenten verstärken
"Die Bewusstseinsbildung bei Konsumentinnen und Konsumenten sowie bei Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Handel soll steigen. Die ganze Wertschöpfungskette, von den Produzenten über Verarbeiter und Handel, muss die Qualität der einheimischen/regionalen Produktion anerkennen, indem die Produkte bis zum Verkauf im Ladenregal gekennzeichnet werden. Öffentliche Betriebe wie etwa Spitäler und Mensen, sowie regionale und nationale Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft haben Vorbildfunktion und sind aufgefordert, regionale Lebensmittel zu berücksichtigen", verlangen die Präsidentinnen der Landfrauen- und Bäuerinnen.
Als konkretes Ziel haben alle fünf nationalen und regionalen Bäuerinnen- und Landfrauenorganisationen die Durchführung von "Tagen der einheimischen Lebensmittel" vereinbart. Beim nächsten 5-Ländertreffen im August 2011 in der Steiermark sollen dann die Erfahrungen ausgetauscht und diskutiert werden. 



14.09.2010