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Im deutschen Bundesland Sachsen gab es bei der Studienreise der Arge Meister vom 5.-8. August einiges zu entdecken. Die Reise unterteilte sich zum einen in die Schwerpunkte Kultur und Städtereise sowie Rinderbetriebe und Ackerbaubetriebe. Zum drüberstreuen wurden auch noch ein Obstbaubetrieb, Direktvermarktungsbetriebe und ein Biobetrieb besucht. Folgender Bericht beschreibt nur einzelne Reiseziele. Alle Reiseziele und Fotos der Reise sind unter www.lko.at/meister zu finden.
Wie alles begann
Nach der Vereinigung mit Westdeutschland hat eine "Treuhand" die Aufgabe übernommen die Staatsflächen an die Einwohner aufzuteilen. So hat jeder Betrieb 11 ha Land und einen Traktor mit Anhänger als Startkapital vom Staat retour bekommen. Spekulanten aus dem Westen und gewiefte Ostdeutsche haben die Situation zu ihren Gunsten genützt und fast geschenkt Gebäude und Felder gepachtet, weil viele neue Grundbesitzer mit dem neuen Eigentum nichts anzufangen wussten. Eigeninitiative war nicht bekannt und Geld von Banken war für viele nicht zu bekommen.
Sehr beeindruckend war der Betrieb Diera. Die "Milchhof Diera KG" mit 1050 Milchkühen und 900 Jungrindern wurde 1990 geschaffen und ist mit über 20 Beschäftigten ein bedeutender Arbeitgeber des gleichnamigen Ortes. Das Futter für die Tiere wird auf 724 ha angebaut. Mit einer Milchleistung von über 9.500 kg Milch/Tier werden so im Jahr an die 10 Millionen Liter Milch produziert. Die 3,6 Abkalbungen pro Kuh bestätigen, dass der Betrieb rund läuft. Aufgefallen sind das perfekte Management am Betrieb und der super Zustand der Milchviehherde. Das Jungvieh wird auf Tiefstreu gehalten. Die Kuhkälber werden nach wenigen Tagen an den Kälberautomaten gewöhnt und mit Milchaustauscher aufgezogen.
Bisher ohne große finanzielle Investitionen wird in einer 1750 ha großen Agrargenossenschaft neben Getreide auch Milch produziert. Nach der Wende wurden die Ställe von der Anbindehaltung in einen Laufstall umfunktioniert. Die 600 Kühe im alten Stall aus der Sowjetzeit werden auf einer Fress-Liege-Box welche den heutigen Anforderungen nicht entspricht gehalten. Überraschend ist der gute Zustand der Tiere, welche mit der "Billiglösung" auskommen müssen und trotzdem im Schnitt 9200 Milch/Kuh und Jahr leisten. Dieser Betrieb möchte die kommenden Jahre investieren und die Herde künftig mit 9 Melkrobotern melken.
Keine Milchproduktion unter 30 Cent pro Liter möglich
Folgende Schlussfolgerungen wurden von allen Betrieben bestätigt: Die längerfristige Produktion von Milch unter 30 Cent Milchpreis ist nicht rentabel. Nicht die Größe eines Betriebes entscheidet über den Erfolg! Maximal 50 Kühe können pro Arbeitskraft auf Dauer versorgt werden. Dies ist aber auch nur dann möglich, wenn Haltung, Fütterung und Ernte voll mechanisierbar sind oder ausgelagert werden. Beispiele aus der Praxis: 1000 Kühe = 20 Arbeitskräfte; 600 Kühe = 12 Arbeitskräfte (bei ausgelagerter Ernte).
Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau – Das Neue Deutschland
Kennzeichnend für die Städte Dresden und Berlin ist die Tatsache, dass wertvolle Kulturstätten nach dem Krieg bzw. die letzten 20 Jahre wieder aufgebaut wurden. Der Wiederaufbau zeigt sich in renovierten Hausfassaden, ausgebauten Straßen und der Wiedererrichtung von zerstörten Gebäuden. Die Reise war höchstinteressant und konnte nur einen Einblick in die Fülle der Sehenswürdigkeiten und Umstände geben, welche das Bundesland Sachsen zu bieten hat.
Meisterreise 2010 - mit Bildern
Studienreise Dresden und Berlin
11.08.2010
















