Dies bedeutet, dass man vorerst einmal akzeptiert, was ist und eben nicht die Augen verschließt und so tut, als ob immer alles in bester Ordnung wäre. " Die Akzeptanz tut sehr gut und ist auch der erste Schritt zur Lösung vieler Probleme. Gleichzeitig muss man anerkennen, dass die Veränderung im Leben das Stabilste ist. Jeder Mensch verändert sich im Laufe der Jahre sowohl innerlich als auch optisch. Hinzu kommen äußere Bedingungen, die es mit sich bringen, dass sich jeder Mensch verändern muss", betonte die Psychotherapeutin Angelika Wagner in ihrem Referat beim Tag der Landfrauen in Wien.
Wagner leitet seit vier Jahren das psychosoziale Beratungsprojekt "Lebensqualität am Bauernhof" in Tirol und bietet Bäuerinnen und Bauern Unterstützung und Hilfe in angespannten Lebenssituationen an. Beim diesjährigen "Tag der Landfrau" in Wien hat sie den zahlreich versammelten Winzerinnen, Gärtnerinnen, Bäuerinnen und Interessierten aus dem Umfeld der Landwirtschaftskammer und Arge der Bäuerinnen einen guten Einblick in ihre tägliche Arbeit gegeben und verschiedene Lösungsansätze aufgezeigt.
Wie sie in ihrer Beratungsarbeit immer wieder feststellt, gehen viele Menschen sozusagen "mit der Handbremse angezogen" nach vorne und blicken dabei immer nach hinten. Sie vergessen bzw. übersehen dabei aber viele Dinge der Gegenwart, sie nehmen häufig gar nicht wahr, was wirklich ist. "Je älter man wird, umso intensiver wird der Blick in den Rückspiegel und man vergisst dabei die Gegenwart." Im bäuerlichen Bereich ist dies häufig bei der Hofübergabe der Fall. Man will nicht akzeptieren, dass die junge Generation eben vieles anders macht. Es kommt zu argen Kommunikationsschwierigkeiten, die nicht nur auf das Familienklima Auswirkungen haben, sondern sehr häufig auch auf die Gesundheit aller Beteiligten.
Diese körperlichen Wahrnehmungen, dass sich etwas verändern sollte bzw. muss, sind meistens nicht zu übersehen. Bei langjähriger Nichtbeachtung sucht sich der Körper dann ein"Ventil", verweist Wagner einmal mehr auf die weite Verbreitung von Depressionen im ländlichen Raum und die Problematik der rechtzeitigen Diagnose und Behandlung.
Bevor sich Probleme aufs Gemüt und in körperlichen Erkrankungen äußern, sollte man sich immer wieder folgende fünf Punkte vor Augen führen:
• Einsehen und wahrnehmen: die Akzeptanz ist der erste Schritt!
• Worte finden: Sobald man sein Problem bzw. Anliegen und Sorgen in Worte fassen kann, ist man auf den besten Weg zur Bewältigung!
• Ziele formulieren: Nicht resignieren, sondern Wünsche und "bewegliche" Ziele ansprechen!
• Auf den Selbstwert achten: "Schauen, was mir gut tut", lautet hier die Devise!
• Schritte wagen: Also endlich etwas ausprobieren, umsetzen und tun!
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"Mehr haben – oder mehr vom Leben haben"
Wer mehr vom Leben haben will, ist gut beraten einmal innezuhalten und sich der derzeitigen Situation samt allen offenen und verdeckten Problemen zu stellen.
28.01.2010


