größer
Der erstmals in Vorarlberg abgehaltene Bundesbäuerinnentag auf der MS "Sonnenkönigin" wurde für die rund 800 heimischen Bäuerinnen sowie die Bundesländer-Delegationen zu einem beeindruckenden Erlebnis und demonstrierte das starke Gemeinschaftsgefühl untereinander.
"Genau dieser grenzenlose Zusammenhalt ist es, der die Organisation trägt und sie lebendig macht", verdeutlichte NR ÖKR Anna Höllerer den zahlreich erschienenen Ehrengästen, die die Bundesbäuerin gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Andrea Schwarzmann begrüßte. Landeshauptmann Dr. Herbert Sausgruber würdigte in seinem Grußwort die Verdienste der Bäuerinnen nicht nur für ihre Familien und Betriebe, sondern insgesamt für die Gesellschaft. Gerade in einer Zeit, in der Orientierung schwer falle, seien werteverbundene Menschen mit ihrer Ausstrahlung wichtig und wertvoll.
Bundesbäuerinnentag 2009
Bäuerinnen überschreiten Grenzen
Interviewrunde
größer
Moderatorin Mag. Martina Rüscher eröffnete die beliebte Interviewrunde mit den Ehrengästen mit LR Ing. Erich Schwärzler. Was wird gegen die rückläufigen Zahlen in der Landwirtschaft getan? Der Agrarlandesrat wehrte sich gegen die Bezeichnung "Strukturwandel". "Der Arbeitsplatz Bauernhof muss die Zukunft sein, nicht Großbetriebe in den Bergregionen." Arbeit müsse zu bewältigen sein und für die Bauern nicht in Knechtschaft ausarten, deutete er auf die politische Richtung.
Wonach soll sich der bäuerliche Betrieb ausrichten, um in der Zukunft bestehen zu können? Ministerialrätin Dr. Gertraud Pichler verwies unter anderem auf Innovationen, die helfen, die Bedürfnisse der Gesellschaft abzudecken und dem bäuerlichen Betrieb ein Zusatzeinkommen zu bringen. Es sei eine Stärke der Bäuerinnen, Änderungen durchzusetzen und mitzutragen. Gefragt nach einem eventuellen Wandel bei den Bäuerinnen, verwies die Ministerialrätin auf ihre 22-jährige Amtszeit: "Die Bäuerinnen präsentieren sich heute anders." Dazu habe vor allem die Weiterbildung beigetragen.
Lobende Worte für die Bäuerinnen fand auch der Landwirtschaftskammerpräsident. So wie alle auf dem Schiff den festen Boden verlassen haben, gehe es derzeit offenbar auch in der Wirtschaft und der Landwirtschaft. "Gerade in solchen Situationen sind es immer wieder die Bäuerinnen, die die Nerven nicht verlieren", so StR. Josef Moosbrugger. Er erinnerte auch daran, dass die Veranstaltung auf dem Prachtschiff nur durch das Entgegenkommen des Eigneres Walter Klaus für die Vorarlberger leistbar geworden ist. Klaus’ Verbindung zur Landwirtschaft besteht auch in der Stiftung für in Not geratene Bergbauernfamilien, die er selbst gegründet hat.
Wonach soll sich der bäuerliche Betrieb ausrichten, um in der Zukunft bestehen zu können? Ministerialrätin Dr. Gertraud Pichler verwies unter anderem auf Innovationen, die helfen, die Bedürfnisse der Gesellschaft abzudecken und dem bäuerlichen Betrieb ein Zusatzeinkommen zu bringen. Es sei eine Stärke der Bäuerinnen, Änderungen durchzusetzen und mitzutragen. Gefragt nach einem eventuellen Wandel bei den Bäuerinnen, verwies die Ministerialrätin auf ihre 22-jährige Amtszeit: "Die Bäuerinnen präsentieren sich heute anders." Dazu habe vor allem die Weiterbildung beigetragen.
Lobende Worte für die Bäuerinnen fand auch der Landwirtschaftskammerpräsident. So wie alle auf dem Schiff den festen Boden verlassen haben, gehe es derzeit offenbar auch in der Wirtschaft und der Landwirtschaft. "Gerade in solchen Situationen sind es immer wieder die Bäuerinnen, die die Nerven nicht verlieren", so StR. Josef Moosbrugger. Er erinnerte auch daran, dass die Veranstaltung auf dem Prachtschiff nur durch das Entgegenkommen des Eigneres Walter Klaus für die Vorarlberger leistbar geworden ist. Klaus’ Verbindung zur Landwirtschaft besteht auch in der Stiftung für in Not geratene Bergbauernfamilien, die er selbst gegründet hat.
"Bäuerinnen aus der Nachbarschaft"
größer
Der Nachmittag war erfolgreichen Beispielen gewidmet. Vier Bäuerinnen aus der Nachbarschaft stellten ihre Projekte vor, die sie mit Leidenschaft entwickelt und umgesetzt haben: Irma Caveng aus Ilanz im schweizerischen Graubünden berichtete vom "Scarnuz Grischun", einem Graubündner Papiersack, der mit Köstlichkeiten aus dem Bauernhaushalt gefüllt ist. Priska Weger aus Schenna/Südtirol bietet ihren Gästen Produkte aus dem eigenen Bauern- und Kräutergarten an, etwa für die Hausapotheke oder Kosmetikprodukte. Antonie Gierer aus Oberdorf/Baden-Württemberg hat den Bedarf der Konsumenten nach heimischen Produkten erkannt und einen Bauernladen samt Selbstgemachtem wie Brot, Hefezöpfe oder Torten aufgebaut. "Weißes Gold" heißt das Projekt der Salzburger Landesbäuerin Elisabeth Hölzl. Es zielt darauf ab, die ursprüngliche Wertigkeit der Milch wieder ins Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken. Kochkurse und Projekte in Schulen und Kindergärten sollen dem Lebensmittel Milch wieder zu mehr Wertschätzung verhelfen.
Bildung
größer
"Wir sitzen in einem Boot mit fast 190.000 Bäuerinnen, die unserer Organisation und Gemeinschaft angehören, 800 davon sind heute hier", stellte Bundesbäuerin Höllerer zum Abschluss des Tages fest. Das Faszinierende und Abwechslungsreiche in der ARGE Bäuerinnen, deren Vorsitz sie führt, sei die Vielfalt der Ideen, die die Landesbäuerinnen einbringen. Darauf gründen die Visionen, aus denen die Zukunft der Gemeinschaft entwickelt wird. Laut Höllerer haben die Bäuerinnen als ARGE mit dem größten Frauennetzwerk im ländlichen Raum bereits viele Grenzen passiert, haben aber auch noch einiges für die Zukunft vor. Denn Grenzen gibt es immer noch. Frauen und Männer bringen gleiche Leistungen, auch in der Landwirtschaft. Aber die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit scheint immer noch zugunsten der Männer verschoben zu sein. Die Bäuerinnen haben großes Interesse an der betriebs- und marktwirtschaftlichen Tätigkeit und der Entwicklung in diesem Bereich. Die Bundesbäuerin vermisst jedoch spezifische Bildungsangebote in diesem Bereich. Obwohl mehr als die Hälfte der in der Landwirtschaft tätigen Personen Frauen sind, sind sie in den Entscheidungsgremien unterrepräsentiert.
Die zentrale Herausforderung der Zukunft wird die Weiterentwicklung der agrarwirtschaftlichen und agrarpolitischen Bildung für die Frauen in der Landwirtschaft sein, denn die Arbeit im Unternehmen Bauernhof ist auch weiblich geworden! Mehr als 39 % aller Betriebe in Österreich werden von Frauen geführt. Daher müssen die Frauen auch Bescheid wissen über agrarpolitische Rahmenbedingungen, in denen sie sich zu bewegen haben; die Agrarpolitik wird die Sicht der Frauen brauchen. Aufgrund der zunehmenden Preisschwankungen der agrarischen Produkte und auch der Liberalisierung der Märkte ist das Wissen über agrarwirtschaftliche Zusammenhänge und Prozesse wichtig, um auch am eigenen Betrieb erfolgreich tätig sein zu können. Die Bäuerinnen möchten als moderne Frauen gesehen werden, die mitten im Leben stehen und unternehmerisch tätig sind.
Dank sorgfältiger Organisation von Bäuerinnenreferentin FL Evy Halder und Andrea Huber wurde den österreichischen Bäuerinnen ein interessanter und nahezu umfassender Einblick in die Vorarlberger Landwirtschaft geboten, angefangen von der Ausstellung "Gemalte Lebenslandschaften" über Exkursionen im Lande bis zum Bundesbäuerinnentag.
Die zentrale Herausforderung der Zukunft wird die Weiterentwicklung der agrarwirtschaftlichen und agrarpolitischen Bildung für die Frauen in der Landwirtschaft sein, denn die Arbeit im Unternehmen Bauernhof ist auch weiblich geworden! Mehr als 39 % aller Betriebe in Österreich werden von Frauen geführt. Daher müssen die Frauen auch Bescheid wissen über agrarpolitische Rahmenbedingungen, in denen sie sich zu bewegen haben; die Agrarpolitik wird die Sicht der Frauen brauchen. Aufgrund der zunehmenden Preisschwankungen der agrarischen Produkte und auch der Liberalisierung der Märkte ist das Wissen über agrarwirtschaftliche Zusammenhänge und Prozesse wichtig, um auch am eigenen Betrieb erfolgreich tätig sein zu können. Die Bäuerinnen möchten als moderne Frauen gesehen werden, die mitten im Leben stehen und unternehmerisch tätig sind.
Dank sorgfältiger Organisation von Bäuerinnenreferentin FL Evy Halder und Andrea Huber wurde den österreichischen Bäuerinnen ein interessanter und nahezu umfassender Einblick in die Vorarlberger Landwirtschaft geboten, angefangen von der Ausstellung "Gemalte Lebenslandschaften" über Exkursionen im Lande bis zum Bundesbäuerinnentag.
06.05.2009




