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Professionalität durch gelebte Partnerschaften – überbetrieblich und familiär: Die Agrarstrukturerhebung 1999 weist für Österreich einen Anteil von 40 % an Betriebsführerinnen aus. Mehr als 50% der Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten sind Frauen. Aber agrarwirtschaftliche und agrarpolitische Belange sind immer noch eine Männerdomäne. Die Sicht der Frauen wird aber gebraucht werden: sowohl bei der Arbeit im Unternehmen Bauernhof als auch beim Gestalten der agrarpolitischen Rahmenbedingungen. Wenn jemand auf einen Bauernhof einheiratet, dann sind damit häufig auch Generationsprobleme vorprogrammiert, dann das Miteinander von jung und alt beinhaltet auch Konfliktpotential, das wiederum zu seelischen Belastungen der betroffenen Familienmitglieder führen kann. Der Lebens- und Arbeitsplatz Bauernhof birgt die Gefahr eines ständigen Leistungsdruckes, welcher zu extremen Stresssituationen durch Arbeitsüberlastung führen kann. Unterstützung von außen bei Arbeitsspitzen kann eine wichtige Entlastung bedeuten und daher sollte man davon auch Gebrauch machen.
Professionalität durch Lebensqualität am Bauernhof: Die richtige Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu erreichen ist im bäuerlichen Bereich ebenso wie in anderen Berufsfeldern eine wichtige Zielsetzung. Schließlich kann die Lebensqualität am Bauernhof für die Zukunft und den Weiterbestand eines landwirtschaftlichen Betriebes ausschlaggebend sein, weil eben das körperliche und seelische Wohlbefinden für den Betriebserfolg ebenso wichtig ist wie eine professionelle Unternehmensführung.Daher trägt zur bäuerlichen, unternehmerischen Professionalität neben der gekonnten Unternehmensführung, das familiäre Zusammenleben zum Betriebserfolg maßgeblich bei.
Professionalität durch Aus- und Weiterbildung: Junge Menschen in der Landwirtschaft verfügen über eine hervorragende fachliche Ausbildung durch eine gute landwirtschaftliche Schulbildung. Eine gezielte Erwachsenenbildung basierend auf vielen guten Angeboten von verschiedenen Bildungseinrichtungen unterstützt landwirtschaftliche Neueinsteiger und erweitert das Fachwissen der Bäuerinnen und Bauern.
Professionalität durch ein fundiertes, agrarwirtschaftliches Wissen: Aufgrund der zunehmenden Preisschwankungen für agrarische Produkte und der Liberalisierung der agrarischen Rohstoffmärkte ist das Wissen über die wirtschaftlichen Zusammenhänge von hoher, unternehmerischer Bedeutung. Durch innovative Ideen werden neue Wirtschaftszweige und damit neue Einkommensmöglichkeiten eröffnet und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe gestärkt. Allerdings müssen sich die damit einhergehenden betrieblichen Investitionen lohnen. Durch das Erstellen von langfristigen Betriebskonzepten werden zukunftsorientierte Entscheidungen erleichtert.
Professionalität durch Berücksichtigung der familiären Bedürfnisse: Die Bäuerinnen und Bauern der Zukunft sind nicht nur erfolgreiche Manager ihrer Betriebe, sondern natürlich auch moderne Menschen mit entsprechenden Bedürfnissen. Schon heute wird die betriebliche Verantwortung in bäuerlichen Unternehmen immer öfter nur mehr von einem Betriebsführer getragen - die angeheirateten Partner verbleiben oft in ihren erlernten Berufen und steigen erst spät oder nie in die landwirtschaftlichen Betriebe ein. Die Ansprüche an eine individuell gestaltete Lebensführung der Bäuerinnen und Bauern steigen.
Neuere Untersuchungen belegen folgende Trends: Als Lebensziel wird die gute Balance zwischen Erwerbs- und Familienleben angestrebt. Freizeit und eine anspruchsvolle Freizeitgestaltung werden als selbstverständliche Bedürfnisse empfunden. Höhere und nichtlandwirtschaftliche Ausbildungen, insbesondere bei jungen Frauen, nehmen zu. Die finanzielle Unabhängigkeit wird im Sinne persönlicher und beruflicher Verantwortungsbereiche eingefordert. Die betriebliche Verantwortung der Bäuerinnen ist stark angestiegen.
Lebensqualität - Zeitmanagement - Arbeitsbelastung: Gibt es neben dem bäuerlichen Betrieb sonst noch etwas?
Nur eine professionelle Betriebsführung garantiert die Zufriedenheit mit dem Beruf und damit den Fortbestand der landwirtschaftlichen Betriebe, ist Anna Höllerer, Vorsitzende der ARGE Österreichische Bäuerinnen, überzeugt. Nachfolgend informiert die Bundesbäuerin über die wesentlichen Kriterien professioneller Betriebsführung, die auch das persönliche Wohlbefinden sichert.
12.02.2009


