Lebensqualität am Bauernhof © Archiv
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Gutes Miteinander am Bauernhof als Erfolgsfaktor

Gerade im bäuerlichen Betrieb ist das gute Miteinander besonders wichtig, weil hier eben jung und alt im Betrieb und im Haushalt häufig beisammen sind und sich dadurch auch genügend Reibungspunkte ergeben können.

Erfahrungsaustausch tut gut

Was kann man nun selber dazu beitragen, dass im Alltag erst gar keine Spannungen, auftreten? Wie ist mit ständiger Kritik umzugehen? Was tun, wenn die Kommunikation zwischen jung und alt alles andere als gut funktioniert? "Wenn einmal die gegenseitige Wertschätzung nicht mehr da ist, dann geht es meistens auch mit dem Erfolg im Betrieb bergab", gab Mentaltrainerin Christine Hackl vor kurzem den versammelten Bäuerinnen und Bauern im vollbesetzten Saal des Freizeitzentrums Matzen (NÖ) zu Beginn ihrer Ausführungen zu bedenken. Man sollte sich vor Augen halten, dass das Zusammenleben dann am besten funktioniert, wenn man z.B. Kritik annehmen kann und lernt damit umzugehen. Von zehn Menschen, die uns kritisieren habe nur einer etwas anzubieten, das uns hilft, bestimmte störende bzw. unangenehme Verhaltensweisen zu vermeiden bzw. zu verändern. Häufig stecke hinter kritischen Äußerungen aller Art natürlich ganz einfach Neid. Auf die Frage, wie man nun mit Kritik am besten umgeht, rät Hackl, dass man sein Gegenüber im Sinne des Mottos ‚"Tell me more" um nähere Angaben zum kritisierten Verhalten ersuchen sollte: "Erzähl mir mehr, wann mache ich was……?" Gerade wenn es um das Zusammenleben am Hof geht, sind sowohl der neutrale Blick von außen als auch der Erfahrungsaustausch in Arbeitskreisen nützlich und hilfreich, um einmal seine Sichtweisen zu überdenken und dann in der Folge vielleicht auch zu ändern. Zudem sollte man sich vor Augen halten, was eine gute Kommunikation ausmacht und welche zerstörerische Wirkungen Worte wie "ja, aber" entfalten können. Im Umgang miteinander wäre es besser, häufiger "und" oder "Ja, genau und ….." zu sagen als immer mit "Ja, aber" zu beginnen.

Zudem empfiehlt es sich weniger vom Stress zu reden, denn im Grunde ist damit Angst gemeint, dass man dieses oder jenes nicht schaffen wird. "Wo Angst ist, fehlt auch das Vertrauen und daher sollte man auf seine Stärken setzen und in schwierigen Situationen darauf vertrauen", ist die Mentaltrainerin überzeugt. So wie der Gegenpol von Angst Vertrauen ist, steht am anderen Ende der Eigenverantwortung immer die Suche nach dem bzw. die Schuldigen. "Damit nimmt man sich aber die Kraft zum Handeln", unterstreicht Hackl. Natürlich gibt es kein Leben, das auch nicht mit Höhen und Tiefen verbunden ist – und gerade wenn man in der Krise eher am unteren Ende der Kurve angelangt ist, kann man sich noch weiter hinunterziehen indem man sich immer wieder fragt: "Warum ist das gerade mir passiert? Warum habe ich das nicht verhindern können? Warum habe ich es soweit kommen lassen?" Damit es einem rascher wieder besser geht, sollte man vielmehr folgende Fragestellungen für sich beantworten: " Wozu fordert mich diese Situation heraus? Wofür kann das gut sein? Wofür kann dies eine Gelegenheit sein? Was lerne ich daraus für die Zukunft?" Einmal mehr appellierte die Mentaltrainerin an das überaus aufmerksame Publikum, dass man den Anspruch auf Perfektion aufgeben sollte, schließlich wäre die perfekte Vollendung im irdischen Leben eben nicht möglich. Vielmehr gelte es jeden Tag dankbar zu sein. "Eine Minute pro Tag dankbar sein, das heißt eben dort hinzuschauen, was gerade gut funktioniert. Das ist eine Übung, die jeder leicht nachvollziehen kann und die dem persönlichen Wohlbefinden überaus gut tut", gab Hackl ihrem Publikum auf dem Weg mit nach Hause.

30.01.2009