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Agrarstrukturerhebung 2010 zeigt regional unterschiedliche Strukturentwicklung in NÖ

Nach über zehn Jahren ist mit der Agrarstrukturerhebung 2010 erstmals wieder ein detaillierter Blick auf die strukturellen Entwicklungen im NÖ Agrarsektor möglich. In Niederösterreich wurden 2010 41.570 Betriebe erfasst, die mehr als einen Hektar land- und forstwirtschaftliche Nutzfläche, 0,25 ha Weingarten oder drei Hektar Wald besitzen. Gegenüber der letzten Vollerhebung 1999 hat sich die Zahl der Betriebe damit um 23,9 Prozent verringert, womit sich der langjährige Trend einer Betriebsabnahme von jährlich zwei Prozent fortsetzte. Große Unterschiede zeigen sich beim Strukturwandel zwischen Flachland und Berggebiet. So nahm die Zahl der Betriebe in den östlichen Gunstlagen mit 30 bis 40 Prozent überdurchschnittlich stark ab. Mit weniger als 15 Prozent war der Rückgang in den voralpinen BBK-Bezirken Lilienfeld, Waidhofen/Ybbs, Neunkirchen und Scheibbs dagegen unterdurchschnittlich.

Wachsende Betriebe

Mit dem Rückgang der Betriebe geht deren Vergrößerung einher. So wurden in NÖ 2010 durchschnittlich 24,7 ha landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet. Inklusive Wald und unproduktiver Flächen entfallen auf jeden Betrieb 39,7 ha. Das sind um 7,3 bzw. 8,9 Hektar mehr als noch 1999. Dabei bewirtschaften knapp 50 Prozent der Betriebe weniger als 20 ha. Sie verfügen über lediglich zehn Prozent der gesamten Kulturfläche in NÖ. Ihre Zahl hat in den letzten Jahren am stärksten abgenommen. Vier Prozent der Betriebe bearbeiten mehr als 100 ha land- und forstwirtschaftliche Fläche, in Summe steht ihnen mehr als ein Drittel der Fläche zur Verfügung. Ihre Zahl hat sich seit 1999 um 50 Prozent erhöht.

Hoher Anteil Haupterwerbsbetriebe in NÖ

geführt, davon 20.197 beziehungsweise 51 Prozent im Haupterwerb und 19.043 oder 49 Prozent im Nebenerwerb. Jeweils drei Prozent aller Betriebe entfallen auf juristische Personen und Personengemeinschaften. Die Betriebe im Nebenerwerb haben dabei mit über 30 Prozent in den letzten zehn Jahren besonders stark abgenommen, während der Rückgang der Haupterwerbsbetriebe weniger als 20 Prozent beträgt. Zugenommen hat dagegen die Zahl der Betriebe juristischer Personen und zwar um sechs Prozent und die Zahl der Personengemeinschaften hat sich im letzten Jahrzehnt auf 1.048 mehr als verfünffacht. Innerhalb Niederösterreichs ist der Anteil der Haupterwerbsbetriebe in den Bezirksbauernkammern Korneuburg, Bruck/Leitha, Gänserndorf und Waidhofen/Ybbs mit über 60 Prozent besonders hoch, während in Neunkirchen, Gmünd und Krems der Anteil an Nebenerwerbsbetrieben bei 60 Prozent liegt.

Mehr Biobetriebe und größere Viehbestände

Im Gegensatz zu den landwirtschaftlichen Betrieben insgesamt, nahm die Zahl der biologisch wirtschaftenden Betriebe in den letzten Jahren zu. 4.619 sind es mittlerweile in Niederösterreich, 957 mehr als noch 2007 und mit Abstand die meisten im Bundesländervergleich. Diesen Betrieben stehen 140.800 ha landwirtschaftliche Nutzfläche zur Verfügung, das sind 15 Prozent der gesamten Nutzfläche. Die höchste Dichte an Biobetriebe weisen die Kammerbezirke Waidhofen/Ybbs und Lilienfeld auf (rund 30 Prozent), die geringste Tullnerfeld, Krems und Amstetten (unter 5 Prozent). Mit den Betrieben wachsen auch die durchschnittlichen Viehbestände. Hielt 1999 ein Betrieb in NÖ durchschnittlich 25,7 Rinder, so sind es heute 33,7, also ein Drittel mehr. Auf einen Halter kommen mittlerweile 12,4 Milchkühe. Noch dramatischer ist die Vergrößerung der Bestände in der Schweinehaltung. Hier hat sich der NÖ Durchschnittsbestand von 53 Schweinen 1999 auf 109 Schweine 2010 mehr als verdoppelt.

Frauen führen mehr als ein Drittel der Betriebe

In dieser als Vollerhebung durchgeführten Agrarstrukturerhebung war es auch möglich die Altersstruktur der Betriebsführer auszuweisen. Die NÖ landwirtschaftlichen Betriebe sind zu rund 64 Prozent in männlicher und zu 36 Prozent in weiblicher Hand. Damit liegt der Frauenanteil über dem Österreichschnitt. Bei den männlichen Betriebsführern sind 10 Prozent unter 34 Jahre alt, bei den weiblichen nur sieben Prozent. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen sind über 60 Prozent der Betriebsführer zwischen 35 und 54 Jahre alt. Bei den 55 bis 64-jährigen liegt der Anteil der weiblichen Betriebsführer mit 22 Prozent über den männlichen (18 Prozent). Rund 9 Prozent aller Betriebsführer sind älter als 65 Jahre.

Broschüre erschienen

Detaillierte Auswertungen und Darstellungen zu den Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2010 und andere aktuelle Statistiken für NÖ finden Sie in der neu erschienenen Broschüre "Land-und Forstwirtschaft in NÖ – Daten und Zahlen 2011/12", die Sie im Meisterbüro kostenlos anfordern können sowie im Bereich Daten & Fakten auf www.lk-noe.at

Autor:
DI Marianne Priplata-Hackl
19.10.2012